Razzia in Dortmund: Bundespolizei geht gegen Kabeldiebe vor

Deutsche Bahn

Zwei Männer aus Dortmund sollen Kabel von Strecken der Deutschen Bahn gestohlen haben. Der Diebstahl ist riskant und verursacht oft hohen Schaden. Die Razzia war aber nur teilweise erfolgreich.

Dortmund, Dorstfeld, Asseln

, 05.08.2020, 10:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einsatzkräfte der Bundespolizei haben am Mittwochmorgen zwei Wohnungen in Dortmund durchsucht.

Einsatzkräfte der Bundespolizei haben am Mittwochmorgen zwei Wohnungen in Dortmund durchsucht. © Bundespolizei

Mit zwei Hausdurchsuchungen in Dortmund ist die Bundespolizei am Mittwochmorgen (5.8.) gegen Metalldiebe vorgegangen. Ziel der Aktion waren zwei Männer, die im Verdacht stehen, banden- und gewerbsmäßig Kabel von Bahnstrecken gestohlen zu haben.

Gegen 6 Uhr seien eine Wohnung in Dorstfeld und eine Wohnung in Asseln durchsucht worden, teilt ein Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage mit. „Eine mittlere zweistellige Zahl an Kräften“ sei im Einsatz gewesen.

In Dorstfeld habe man einen verdächtigen 37-Jährigen angetroffen, der verdächtige 54-jährige Bewohner der Wohnung in Asseln sei jedoch nicht zu Hause gewesen. Die beiden sind laut der Bundespolizei ursprünglich zum Gegenstand der Ermittlungen geworden, weil sie sich in der Nähe eines Tatortes, einer Bahnstrecke, aufgehalten haben.

Gefährlicher Diebstahl

Von dieser Bahnstrecke sollen die beiden Kabel gestohlen haben. Auch wenn das Material selbst keinen hohen Wert habe, entstehe dadurch ein erheblicher Schaden. Denn die gestohlenen Stücke, so erklärt der Sprecher der Bundespolizei, können nicht einfach durch „Flicken“ ersetzt werden. Stattdessen müsse die Verbindung zwischen zwei Knotenpunkten an der Strecke komplett ausgetauscht werden - oft über mehrere Hundert Meter.

Auch werde durch die beschädigten Streckenabschnitte der Betrieb der Deutschen Bahn gestört.

Zudem berge diese Art des Metalldiebstahls ein großes Risiko für die Täter. Nicht nur wegen der stromführenden Leitungen: Da die Täter in der Regel während des laufenden Betriebs zuschlügen, bestehe auch die Gefahr, dass sie von einem Zug erfasst werden.

Kein Metall bei den Verdächtigen gefunden

In den Wohnungen der beiden Verdächtigen sei bei der Durchsuchung kein Metall gefunden worden, dass dem Diebesgut entsprechen könnte. Allerdings, so der Sprecher der Bundespolizei, wurden in den Wohnungen Drogen sichergestellt worden. Dabei handele es sich um Aphetamine.

Der 37-jährige Verdächtige sei zur weiteren Identitätsfeststellung vorläufig festgenommen worden. Danach sei er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach dem 54-Jährigen werde weiter fahndet.

Die weiteren Ergebnisse der Durchsuchungen gehen nun an die Staatsanwaltschaft Dortmund, die die weiteren Ermittlungen in dem Fall leitet.

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