Projekt „Grüne Welle“: Radfahrer sollen schneller über Ampeln kommen

hzRadfahren in Dortmund

Bislang müssen Radfahrer an vielen Ampelkreuzungen so lange stehen bleiben, bis ein Auto den Sensor auslöst. Spezielle Radverkehr-Sensoren sollen das Problem bald lösen – aber nicht überall.

Huckarde

, 19.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Radverkehr nimmt zu. Gerade in der Corona-Krise kaufen viele Dortmunder neue Fahrräder oder lassen ihre alten ausbessern. Das Leben ist entschleunigt und bietet dadurch mehr Zeit zum Radfahren. Für manche ist es auch eine Beschäftigungstherapie, weil viele andere Aktivitäten ausfallen.

Schon vor der Krise habe die Zahl an Fahrrädern und E-Bikes im Straßenverkehr deutlich zugenommen, heißt es in einer Vorlage des Rates der Stadt Dortmund. „Klimaneutrale Nahmobilität nimmt im Straßenverkehr einen immer höheren Stellenwert ein“, heißt es dort weiter.

Die logische Konsequenz: Der Straßenverkehr muss sicherer und attraktiver werden. Für alle, die bereits auf das Rad umgestiegen sind und für diejenigen, die es noch vorhaben oder zumindest öfter radeln möchten.

Radfahrer sollen schneller über die Ampel kommen

An mindestens 43 Ampelkreuzungen in Dortmund gibt es allerdings ein unter Radfahrern berüchtigtes Problem: Die Ampelschaltung reagiert bislang nur auf Autos. Das raubt Zeit und Nerven. Acht dieser problematischen Ampelkreuzungen und damit knapp ein Viertel befinden sich laut Ratsvorlage im Stadtbezirk Huckarde und in Dorstfeld.

„Durch neu zu berechnende Signalprogramme und erweiterte Sensorik an Lichtsignalanlagen können (...) Radverkehrsströme frühzeitig erfasst und beschleunigt werden“, heißt es in dem Papier.

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Radardetektoren und Wärmebildkameras könnten künftig nicht nur Radfahrer erfassen, sondern sie auch von Fußgängern unterscheiden und ihren Weg mithilfe der passenden Ampelschaltung beschleunigen. Eine reine „grüne Welle“ könne es allerdings nicht geben, da die Geschwindigkeit der Radfahrer zu unterschiedlich sei.

Zwei Ampelkreuzungen in Dortsfeld (Dorstfelder Allee/südlicher und nördlicher A40-Anschluss) gehören zu den vier problematischen Kreuzungen, die bereits mit neuen Sensoren ausgestattet wurden. Die übrigen Kreuzungen, die derzeit bekannt sind, sollen bis 2024 aufgerüstet werden.

Das sind die Kreuzungen in Huckarde und Dorstfeld

Dazu gehören im Stadtbezirk Huckarde und in Dorstfeld die Kreuzungen Rheinische Straße/Huckarder Straße (2020), Dorstfelder Allee/Kortental (2021), Arminiusstraße-Wittener Straße/Dorstfelder Hellweg (2021), Dorstfelder Allee/Dorstfelder Hellweg-Emscherbrücke (2022), Huckarder Straße-Dorstfelder Allee/Mallinckrodtstraße (2024) und Huckarder Straße/Allensteiner Straße-Franziusstraße (2024).

Sobald die Empfehlungen aller betroffenen Bezirksvertretungen da sind, wird der Rat die Umrüstung der Ampeln beschließen. Die Umrüstung und teils auch Erneuerung der bislang vorgesehenen Ampeln kostet gut 1,6 Millionen Euro.

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