Regeln für Kinderbetreuung gelockert - So ist die Lage an Dortmunds Schulen und Kitas

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Das Land erleichtert die Bedingungen, um die Kinderbetreuung in Kitas und Schulen nutzen zu können. Viele Eltern in Dortmund dürfte das freuen. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

Dortmund

, 23.03.2020, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht kam überraschend: Das Land hat am Wochenende die Bedingungen für die Aufnahme von Kindern in die Notbetreuung von Kitas und Schulen bis zum 6. Schuljahr gelockert. Nun müssen nicht mehr beide Elternteile in Berufen arbeiten, die zur so genannten kritischen Infrastruktur gehören. Es reicht nun, wenn einer von beiden Eltern beruflich unabkömmlich ist.

Man habe besonders aus Krankenhäusern Rückmeldungen bekommen, dass Pflegekräfte nicht weiter arbeiten könnten, weil sie die Betreuung ihrer Kinder nicht sicherstellen könnten, berichtete NRW-Gesundheitsminister Karl Laumann am Montag (23.3.).

Bescheinigung des Arbeitgebers

„Um den Betrieb der kritischen Infrastruktur sicherzustellen, hat die Landesregierung entschieden, dass jede Person, die in kritischer Infrastruktur tätig ist, und eine Bescheinigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit vorlegen kann, unabhängig von der familiären Situation einen individuellen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesbetreuungs-Angeboten hat, wenn die Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll organisiert werden kann“, heißt es in der Mitteilung des Landes. „Es reicht damit, wenn von einem Elternteil eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt wird.“

Betreuung auch am Wochenende

Die Regelung gilt für Kitas und Schulen. Ein Hintergrund für die Ausweitung ist wohl, dass das bisherige, strenger begrenzte Angebot nur wenig angenommen wurde. Im OGS-Bereich der Grundschulen wurden an diesem Montag 358 Kinder betreut.

Damit ist der Bedarf leicht gestiegen, teilte die Stadt auf Anfrage mit. In der vergangenen Woche waren es am Montag 333 Kinder, am Donnerstag 347 Kinder. An 72 von 89 Grundschulen findet Betreuung statt.

In Dortmunder Kitas wurden nach Informationen des städtischen Jugendamtes rund 800 Kinder betreut, davon etwa die Hälfte in den 100 städtischen Fabido-Kitas (Anmerkung: Aufgrund eines Missverständnisses in der Kommunikation mit der Stadt wurde die Angabe von 800 betreuten Kindern zunächst allein auf die Fabido-Kitas bezogen).

Alle Kitas in Bereitschaft

In den Einrichtungen der evangelischen Kirche, dem größten freien Träger, wurden 140 Kinder in der Notbetreuung gezählt. 14 der 63 Kitas des Evangelischen Kirchenkreises wurden gar nicht genutzt. Sie bleiben aber in Bereitschaft, erklärt Fachbereichsleiter Jochen Schade-Homann.

Von den elf Kitas der Awo in Dortmund wurden zwei bislang gar nicht genutzt, in den meisten waren nur zwei oder drei Kinder zur Notbetreuung. Die Höchstzahl wurde in einer Kita in Aplerbeck mit sechs Kindern verzeichnet.

Insgesamt wurden nur 30 Kinder in neun Einrichtungen betreut. „Die Eltern sind bislang sehr verantwortungsbewusst mit dem Angebot umgegangen“, stellt Gora fest.

Betreuung in kleinen Gruppen

Er sieht ebenso wie Pfarrer Schade-Homann für die evangelische Kirche die eigenen Kitas gut gerüstet für die Betreuung weiterer Kinder nach Lockerung der Aufnahmebedingungen. Sichergestellt sein soll dann auch, dass die Kinder weiterhin in kleinen Gruppen betreut werden.

Kritiker wundern sich nämlich darüber, dass das Land ein Kontaktverbot verhängt und maximal zwei Menschen gemeinsam unterwegs sein dürfen - und gleichzeitig die Kinderbetreuung ausgeweitet werden soll.

Kalt erwischt wurden alle Träger von der Vorgabe des Landes, die Betreuung in Schulen und Kitas auch an den Wochenende und in den Osterferien sicherzustellen. Die Folgen sind noch nicht absehbar. Dazu müssten noch Abstimmungen erfolgen, heißt es seitens der Stadt. „Wie die Betreuung am Wochenende sichergestellt wird, wird zurzeit erarbeitet.“

Und auch noch eine andere Vorgabe des Landes könnte die Nachfrage nach Notbetreuung erhöhen. Danach haben auch Eltern einen Betreuungsanspruch, die bislang keinen Betreuungsvertrag mit einer Kita haben. Bislang gebe es dazu beim Jugendamt aber keine Nachfrage, hieß es am Montag.

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