Tausende Schüler in Dortmund mussten am Freitag zuhause bleiben

hzWarnstreik-Nachwehen

In Dortmund blieben am Freitag viele Schulen geschlossen, Tausende Schüler waren betroffen. Die kurzfristigen Schulschließungen hatten einen ungewöhnlichen Grund.

Dortmund

, 02.10.2020, 07:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verdi-Streik am Donnerstag (1.10.) hatte einen Tag später Folgen für den Unterricht an Dortmunds Schulen. 13 der insgesamt 159 Schulen der Stadt blieben am Freitagmorgen geschlossen - und zwar aus Coronaschutz-Gründen.

Die betroffenen Schulen hatten die Schüler und ihre Familien im Vorfeld informiert, unter anderem mit Einträgen auf ihren Internetseiten.

Homeschooling und Notbetreuung in einigen Schulen

Auf der Internetseite der Albrecht-Dürer-Realschule in Aplerbeck hieß es unter anderem: „Da aufgrund des Streikes am Donnerstag unsere Schule abends nicht geputzt und desinfiziert werden kann, werden wir Freitag Distanzunterricht machen.“

Den Realschülern sei Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt worden, damit diese die Aufgaben im Distanzunterricht bearbeiten können. Daran teilzunehmen sei Pflicht. So handhabten es auch die anderen betroffenen Schulen.

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Die Johann-Gutenberg-Realschule in Hombruch verwies auf ihrer Internetseite darauf, dass die Schule zwar ausfalle, aber eine Notbetreuung für die Schüler angeboten werden könne. Gleiches galt für die Lieberfeld-Grundschule in Wellinghofen. „Für dringende Notfälle“ gebe es von 8 bis 15 Uhr eine Notbetreuung, heißt es auf der Internetseite der Schule.

Corona-Reinigungsplan ist sehr penibel

Dass ein eintägiger Warnstreik einiger Reinigungskräfte zur Schließung ganzer Schulen führen kann, hängt entscheidend mit der Corona-Krise zusammen. Seit ihrem Beginn gilt an den Schulen Dortmunds ein sehr umfangreicher Reinigungsplan, der in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt erstellt wurde. Detailliert wird dort festgelegt, welche Flächen wie häufig geputzt und desinfiziert werden.

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Der Plan nennt 37 Einzelpunkte und umfasst alles von großen Flächen wie Flurböden bis hin zu Kleinstteilen wie Seifen- und Handtuchspendern. „Man hat da keinen Quadratzentimeter ausgelassen“, sagte Stadtsprecher Michael Meinders. Außerdem ist in ihm penibel geregelt, wie oft, auf welche Weise und mit welchem Mittel zu putzen ist.

Stadt hatte Schulen bereits am Mittwoch über Risiken informiert

Man habe die Schulen am Mittwoch nach Bekanntwerden des Warnstreiks kurzfristig auf die Risiken hingewiesen, die ein Ausfall der nachmittäglichen Reinigung der Schulen mit sich bringe, sagte Meinders. Die Meldekette von Stadt zu den Schulen und von dort zu den Familien habe aber gut geklappt, meinte Meinders.

„Die Entscheidung, ob eine Schule deswegen geschlossen werden muss, liegt beim jeweiligen Schulleiter“, sagte Meinders. An wie vielen Schulen das Reinigungspersonal aus städtischen Mitarbeitern besteht, die somit Angestellte im Öffentlichen Dienst sind, ist aktuell nicht bekannt.

An Wolfgang Siebecks Schule streikten drei städtische Reinigungskräfte. Der Leiter der Robert-Koch-Realschule in Renninghausen entschied sich nach Rücksprache mit der Bezirksregierung dafür, seine Schule nicht zu öffnen: „Die Tische in den Klassenräumen hätten wir gerade noch selbst geschafft“, sagte Siebeck und meinte Lehrer und Schüler. „Aber die komplette Schule samt Toiletten definitiv nicht.“

Stadteltern: „Schließung war richtig“

Die ausgefallenen Schulreinigungen werden nun am Freitagnachmittag von den nicht mehr streikenden Reinigungskräften nachgeholt. Am Montag werden alle 159 Schulen in Dortmund wieder regulär öffnen, sagte Meinders.

Anke Staar, Vorsitzende der Stadteltern Dortmund, zeigte Verständnis für die kurzfristigen Schulschließungen: „Die Schließung war richtig“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Solange es auch nur eine geringe Ansteckungsgefahr über ungereinigte Kontaktflächen gebe, solle man keinen Präsenzunterricht riskieren.

Zur Sache

Diese Schulen waren geschlossen

7 der 13 betroffenen Schulen wurden am Freitagvormittag namentlich bekannt:
  • Die Lieberfeld-Grundschule in Wellinghofen
  • Die Martin-Luther-King-Grundschule in Dorstfeld
  • Das Phoenix-Gymnasium in Hörde
  • Die Emscherschule in Aplerbeck
  • Die Albrecht-Dürer-Realschule in Aplerbeck
  • Die Robert-Koch-Realschule in Renninghausen
  • Johann-Gutenberg-Realschule in Hombruch
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