Reise-Experte rät Dortmundern: „Besser nach Kreta als nach Rügen“

hzCorona-Krise

Dortmund gilt offiziell als Risikogebiet. Das schränkt die Reisefreiheit der Dortmunder ein. In den Reisebüros spürt man die Auswirkungen deutlich. Doch Urlauber haben noch Möglichkeiten.

Dortmund

, 19.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst sollten alle Urlaub in Deutschland machen, jetzt gilt zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern ein gelockertes Beherbergungsverbot. Hinter dem Wort verbirgt sich eine Reisebeschränkung. Urlauber aus Dortmund müssen nach Stand von Freitag, 16. Oktober, auf Rügen oder an der Mecklenburgischen Seenplatte einen negativen Corona-Test vorlegen und dann trotzdem zunächst in Quarantäne.

„Wer macht denn sowas? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn“, sagt Michael Draeger vom Reisecafé Stoffregen an der Kampstraße und ergänzt: „An der Ostsee können wir unter den Umständen nichts buchen. Es ist definitiv in den Herbstferien jetzt besser, nach Kreta zu fliegen als nach Rügen zu fahren.“

Sollte er einen Tipp für die zweite Herbstferien-Woche geben, rät Michael Draeger auf jeden Fall zu einem Griechenland-Urlaub. „Auch, wenn das der Öffentlichkeit nicht so gesagt wird: Griechenland funktioniert hervorragend. Das sollte mal betont werden, statt die Leute nur zu verunsichern“, so Draeger.

„Für die Branche ist das ein zweiter Lockdown“

Kreta beispielsweise sei mit einer Online-Registrierung, die bis 48 Stunden vor dem Abflug erledigt sein muss, problemlos möglich. „Dort und auf anderen griechischen Inseln wurde die Saison jetzt auch bis zum 30. November verlängert“, so Draeger.

Jetzt lesen

Spätestens in gut einem Monat endet allerdings dann auch die Sommersaison in Europa. Reisewarnungen für Nachbarländer, kaum nennenswerte Fernreise-Angebote und Beherbergungsverbote in Deutschland. Was das für die Reisebüros bedeutet, bringt Christian Hosbach vom TUI-Reisecenter an der Kuckelke so auf den Punkt: „Für die Branche ist das ein zweiter Lockdown. Bisher haben wir noch Griechenland-Reisen, aber sonst geht so gut wie nichts mehr.“

Zittern vor der Reise nach Bayern

Das bestätigt auch Mareen Schink von Lensing Reisen an der Silberstraße, die vor allem Busreisen und Tagesfahrten anbietet. „Im Moment geht allerdings gar nichts mehr. Was soll man auch anbieten? Es ist unvorhersehbar, was passiert“, sagt Mareen Schink. Am Freitagmittag zitterte sie mit 70 Kunden, die am Sonntag (18.10.) nach Bayern fahren wollten, ob das Beherbergungsverbot dort noch aufgehoben werden würde.

Jetzt lesen

Die Winterhoffnung der Branche ruht jetzt auf den Kanarischen Inseln. Noch gelten die allerdings auch als Risikogebiet. „Wir brauchen aber die Kanaren als beliebtes Sonnenziel“, sagt Michael Draeger fast schon flehend.

Lesen Sie jetzt