Reiterverein oder Landwirtschaft: Politik stellt die Weichen für Fläche an der Bolmke

hzStockumer Straße

Was wird aus der Freifläche an der Bolmke, auf dem sich der Reiterverein ansiedeln wollte? Die Politik entschied am Mittwoch über die Forderung, das Areal unter Landschaftschutz zu stellen.

Dortmund

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor dem Rathaus zeigten sie noch einmal Flagge. „Keine Bebauung in der Bolmke“ und „Retter unser Naherholungsgebiet“ stand auf den grünen Transparenten. Die Stimmung bei der Demonstration der „Allianz für die Bolmke“ war allerdings entspannt.

Denn Sprecher Olaf Greve, Vorsitzender der Naturfreunde Kreuzviertel, hatte schon im Vorfeld der Umweltausschuss-Sitzung im Rathaus frohe Botschaft aus den Ratsfraktionen empfangen. Auch die „großen Fraktionen“ von SPD und CDU wollten für den Erhalt der Freifläche an der Bolmke und für die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet votieren. Eine Ansiedlung des Dortmunder Reitervereins an der Stockumer Straße wäre damit vom Tisch.

„Wir können erfreut feststellen, dass sich die Politik bewegt“, sagte Greve. „Wir sind jetzt da, wo wir hinwollen.“

Reiterverein oder Landwirtschaft: Politik stellt die Weichen für Fläche an der Bolmke

Olaf Greve erläuterte vor dem Rathaus noch einmal die Position der "Allianz für die Bolmke". © Oliver Volmerich

Es war ein Erfolg in Etappen. Ende Mai hatte der Rat den Antrag der Bezirksvertretung Hombruch, die Fläche nördlich der Stockumer Straße zwischen Kleingartenanlagen und Schultenhof als Landschaftsschutzgebiet festzuschreiben, noch an den Umweltausschuss verwiesen.

Zwischenzeitlich hatte Oberbürgermeister Ullrich Sierau dafür plädiert, eine „mittel- bis langfristige Option“ für eine Ansiedlung des Reitervereins an dieser Stelle aufrechtzuerhalten. Doch damit findet er in der Politik, auch in seiner eigenen SPD-Fraktion, kein Gehör.

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Monika Lührs, die umweltpolitische Sprecherin der SPD, erklärte: „Wir wollen, dass die Nutzung als landwirtschaftliche Fläche für den von der Awo betriebenen Schultenhof weiterhin möglich ist“. Man sei deshalb für eine Festschreibung als ökologische Landwirtschaftsfläche im Flächennutzungsplan, wie von der Bezirksvertretung Hombruch gefordert. Die Grünen hatten diese Forderung auch im Ausschuss zum Antrag erhoben.

Kritik an Reiterverein

CDU-Sprecher Uwe Waßmann schloss sich mit seiner Fraktion ebenfalls den Hombrucher Wünschen an. Damit wäre das Thema auch in Richtung Bürgerschaft endgültig abgearbeitet, erklärte er. Kritik übte er am Dortmunder Reiterverein, der Alternativangebote für einen neuen Standort bislang abgelehnt hatte. „Auch der Reiterverein selbst hat eine Pflicht, für sein Dasein zu sorgen“, erklärte Waßmann.

„Das ist das, was wir von Anfang an haben wollten“, erklärte der Sprecher der Fraktion Linke/Piraten, Utz Kowalewski, die Zustimmung seiner Fraktion zu den Hombrucher Forderungen.

Ullrich Sierau hatte sich am 18. Juni im Verwaltungsvorstand zu dem Thema geäußert. „Wir haben von Seiten der Stadt versucht, allen Interessen gerecht zu werden. Irgendwann passten zwei Zeitpunkte nicht mehr übereinander.“

Dass die Debatte in kurzer Zeit so intensiv geworden sei, zeige aus Sicht des Oberbürgermeisters, wie rauh das Klima in der Stadt geworden sei. „Jeder denkt nur an seine eigenen Partikularinteressen.“

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