Reitverein doch an der Bolmke? Gegner planen Demo mitten in der Stadt

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Das Bolmke-Aus für den Dortmunder Reiterverein ist noch nicht besiegelt. OB Sierau will eine mittel- bis langfristige Option für den Standort offen halten. Erneut formiert sich Protest.

Dortmund

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch im Februar hatte die Verwaltung den Plan für hinfällig erklärt, den Standort des Dortmunder Reitervereins von der Straße „Im Rabenloh“ zur Bolmke an der Stockumer Straße zu verlagern. Und auch der Reiterverein hatte sich von dem potenziellen Standort verabschiedet; denn der Widerstand der Naturschützer gegen eine notwendige Änderung des Bebauungsplans würde das ohnehin langwierige Verfahren noch mehr in die Länge ziehen – bis mindestens 2025 oder 2026.

Der Reiterverein hat aber nicht so lange Zeit. Sein Pachtvertrag am Rabenloh, wo er seit mehr als 50 Jahren beheimatet ist, läuft spätestens im Jahr 2023 aus.

Die Grünen und die „Naturfreunde DO Kreuzviertel“ wollten die Gelegenheit nutzen und Nägel mit Köpfen machen. Auf ihren Antrag beschloss die Bezirksvertretung Hombruch in ihrer März-Sitzung, die Fläche westlich des Schultenhofs dauerhaft für einen ökologischen Landbau zur Verfügung zu stellen. Der Rat müsste diesen Beschluss am Donnerstag (23. Mai) bestätigen.

OB Sierau grätschte dazwischen

Doch die Verwaltung in Person von Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist dazwischen gegrätscht und hat die Naturschützer kalt erwischt. Für dauerhaft ökologischen Landbau müsste der Flächennutzungsplan geändert und der gültige Bebauungsplan, der Kleingartenanlagen, Friedhöfe und Parks für die Fläche vorsieht, zurückgenommen werden. Doch eine Änderung des Bebauungsplans „mit dem gewünschten Ziel der ‚Naturfreunde Kreuzviertel‘ ist verwaltungsseitig nicht beabsichtigt“, teilt Sierau dem Rat in einer schriftlichen Stellungnahme zum Beschluss der Bezirksvertretung Hombruch mit.

Das Verfahren zur Verlagerung des Reitervereins sei noch nicht abgeschlossen. „Auch wenn die Fläche nördlich der Stockumer Straße aus Zeitgründen für eine kurzfristige Verlagerung nicht in Betracht kommt, soll eine mittel- bis langfristige Nutzungsoption hierfür offen bleiben“, so der OB weiter. Die Änderung des Bebauungsplans mit einer Festsetzung „Fläche für die Landwirtschaft“ wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt „das falsche Signal“. Daher empfehle die Verwaltung, den Antrag von Grünen und Natur-Freunden abzulehnen.

Protest vor dem Rathaus

Die Allianz für die Bolmke will die Antwort der Verwaltungsspitze nicht „tatenlos hinnehmen“, kündigen Olaf Greve von den Natur-Freunden Kreuzviertel und Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) an. Sie rufen vor der Ratssitzung am Donnerstag (23. Mai) zum Protest vor dem Rathauseingang mit Transparenten, Flugblättern und Unterschriftenlisten auf.

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