Rekord-Nebel: Nichts ging mehr

Trüber hätte das Jahr nicht beginnen können: Eine "Mitternachtssuppe" mit Sichtweiten von teilweise nur fünf Metern brachte den Verkehr in der Nacht fast komplett zum Erliegen.

01.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rekord-Nebel: Nichts ging mehr

<p>Die Scheinwerfer der Drehleiter konnten die Schwaden kaum durchdringen.</p>

Auf den Straßen herrschten chaotische Zustände - Autofahrer konnten nur mit Mühe die Fahrspuren erkennen, immer wieder gerieten Wagen in den Gegenverkehr. Schlimme Unfälle blieben aber trotz des Rekord-Nebels aus: "Bei dem Wetter fuhr nur, wer unbedingt musste - und dann mit Schrittgeschwindigkeit", berichtet ein Polizeisprecher.

Für die Feuerwehr galt: Zu den Einsätzen geht's mit Blaulicht, Martinshorn und Schneckentempo. "Alarmfahrten waren nur unter allergrößter Vorsicht möglich", sagt Martin Rammelmann von der Einsatzleitstelle. Mehrmals versperrten den Helfern liegen gebliebene Autos den Weg. Weil die Nebelfahrt zu gefährlich erschien, hatten manche Fahrer die Wagen einfach am Straßenrand abgestellt.

Taxis blieben stehen

"Eine einzige Katastrophe" war das trübe Wetter für die Taxifahrer: "Zwischen 2 und vier Uhr hat ein Großteil der Fahrer das Handtuch geworfen", sagt Murphy Pohl, stellvertretender Chef der Taxi Dortmund eG.

Kollegen berichteten ihm, dass man Fußgänger zum Teil erst gesehen habe, wenn sie schon fast auf der Motorhaube lagen - beim Linksabbiegen ließ sich der Gegenverkehr nur erahnen. Ein Chauffeur fuhr zweimal an einer Tankstelle an der B1 vorbei, weil er die Einfahrt schlichtweg nicht sehen konnte. Ein anderer Fahrer brach eine Tour nach Schwerte ab. "Ich fahre keinen Meter mehr, dass ist viel zu gefährlich."

Was bei Taxi-Unternehmen für jede Menge Stress und einen großen Umsatzeinbruch sorgte, bedeutete für viele Partybesucher stundenlanges Warten. Oder ein Notquartier bei den Gastgebern.

Auch wer mit dem Nachtexpress nach Hause wollte, blickte ab 3.50 Uhr in die Röhre - ab diesem Zeitpunkt stellten die DSW21 alle Linien wegen der geringen Sichtweiten ein. Am Pylon informierten Mitarbeiter die wartenden Fahrgäste.

"Überwiegend zeigten sie Verständnis", so ein Unternehmenssprecher. Gegen 6.25 Uhr konnten die ersten Busse in Hörde und Aplerbeck sowie am zentralen Umsteigepunkt "Reinoldikirche" wieder eingesetzt werden, ab 7 Uhr lief der Betrieb wieder normal.

Im Flugbetrieb, der am Airport Dortmund in den frühen Morgenstunden beginnt, gab es keine Einschränkungen: "Alle Flieger konnten wie geplant starten", erklärte eine Sprecherin.

Nur den Wirten dürfte das Chaos auf den Straßen gefallen haben - viele Gäste blieben unfreiwillig ein, zwei oder mehrere Pilschen länger... Andreas Wegener

3. Seite: Ambulanz

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