Renaturierung des Kirchderner Grabens liegt gut in der Zeit - Grüggelsort wieder frei

hzKirchderner Graben

Der Grüggelsort ist wieder frei. Sechs Pofile zur Renaturierung des Kirchderner Grabens wurden unter der Straße verbaut. Der Projektleiter verrät, wie es um die Gesamtmaßnahme steht.

Kirchderne

, 30.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Baustelle am Grüggelsort ist seit Donnerstag Geschichte - Mitarbeiter der ausführenden Firma Strabag räumten die Sperren beiseite. Auf der Baustellen-Internetseite der Stadt Dortmund hatte es geheißen, die Baustelle dauere bis April 2020. Diese Angabe bezog sich jedoch nicht auf die Straßen-Sperrung, sondern auf die gesamte Renaturierung des Kirchderner Grabens, die der Grund für die Sperrung war.

Wie Andreas Moritz (55), Projektleiter beim Lippeverband für diese Maßnahme, erläutert, musste der Grüggelsort gesperrt werden, um sechs jeweils 30 Tonnen schwere Teile - sogenannte „Profile“ - unter der Straße zu verbauen, durch die der Bach künftig fließt. Moritz ist zufrieden mit dem Fortgang der gesamten Renaturierungs-Arbeiten, für die der Spatenstich im Juni 2018 in der Nähe der Straße Am Beisenkamp erfolgt war. Von der Gesamtstrecke von 7,5 Kilometern seien etwa zwei Drittel geschafft: vom Beisenkamp bis zum Grunewald. Dazu gehören auch Gewässer wie Böckelbach, Borlandgraben und Erlenbach. Lediglich der Abschnitt von Grunewald bis zur Kläranlage fehlt noch. Es könne sein, dass alles schon früher als im April fertig sei.

Baukosten betragen 14 Millionen Euro

Rund 14 Millionen Euro werden dann verbaut sein, um den Kirchderner Graben wieder in einem natürlichen Umfeld fließen zu lassen. Bereits 2012 war das Schmutzwasser vom Reinwasser getrennt und in einem separaten Rohr abgeleitet worden. Schwierigkeiten bei den Bauarbeiten seien einige durch Teer konterminierte Stellen gewesen - beispielsweise direkt in der Nähe des Ausgangspunktes am Beisenkamp -, in die Wellblechprofile eingebaut worden seien. Das habe die ursprünglich kalkulierten Kosten in Höhe von 12,5 Millionen Euro etwas höher werden lassen. Auch habe das Team an einigen Stellen zwei Sohlschalen übereinander vorgefunden, durch die das Wasser einst geflossen war. Offenbar war in den 50er-Jahren bei einer Umbaumaßnahme einfach eine zweite Sohle auf die ursprüngliche gesetzt worden, ohne diese zuvor zu entfernen. Dadurch habe man nun mehr Beton entsorgen müssen, als ursprünglich geplant.

Renaturierung des Kirchderner Grabens liegt gut in der Zeit - Grüggelsort wieder frei

Die Sperrung des Grüggelsorts wurde am Donnerstag aufgehoben. © Andreas Schröter

Eine andere Verkehrsbehinderung - die Verengung der Derner Straße in Kirchderne auf eine Spur - bleibt jedoch tatsächlich bis zum Frühjahr bestehen. Die Fläche dort dient dem für die Renaturierung zuständigen Team als Basislager. Dort werden sämtliche Geräte abgestellt, die für die Arbeiten gebraucht werden.

An den Stellen, die schon vor einiger Zeit hergerichtet worden sind und in denen der Bach schon seit längerem wieder in einem natürlichen Bachbett fließt, sehe man, so Moritz, den Erfolg der Maßnahme: Die Natur habe sich dort bereits ihre Räume zurückerobert, und alles wirke optisch viel ansprechender.

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