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Das Revierderby bietet Konfliktpotenzial - vor allem in der aktuellen Tabellen-Situation in der Bundesliga. In der Vergangenheit kam es zu Gewalt. Diese Regeln gelten deshalb am Samstag.

Dortmund

, 25.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Seit 2014 gilt das An- und Abreisekonzept „Neue Wege“, das Polizei, Vereine und Fanvertreter seit den Ausschreitungen 2013 entwickelt haben. Das Ziel: Beide Fanlager sollen möglichst nicht außerhalb des Stadions aufeinander treffen. Deshalb gibt es eigene Wege für Schalker und Dortmunder. Ein großes Polizeiaufgebot soll das sicherstellen.

„Es ist eine herausragende Lage, mit der wir aber Erfahrung haben“, sagt Polizeisprecherin Nina Vogt. Dabei biete die aktuelle Tabellensituation „Konfliktpotenzial“. Zuletzt hatte die Schalker-Ultra-Szene in einem öffentlichen Brief mit Beleidigungen provoziert.

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Polizei: „Friedliche Fans sind willkommen, gewaltsuchende nicht“

„Wir differenzieren nicht nach Vereinszugehörigkeit, sehr wohl aber zwischen friedlichen und gewaltsuchenden bzw. -tätigen Personen. Friedliche, fußballorientierte Fans sind jederzeit herzlich willkommen in Dortmund“, heißt es in einem Fanbrief der Polizei Dortmund.

Festzuhalten ist ohnehin: Die überwiegende Zahl von Derby-Besuchern schafft es, die Rivalität absolut friedlich auszuleben.

BVB-Fans dürfen auf dem Hinweg nicht über die B1-Fußgängerbrücke

Für BVB-Fans gibt es verschiedene Tabuzonen an den U-Bahn- und Bushaltestellen, die zum Signal Iduna Park führen. BVB-Anhänger können zu Fuß folgende Wege für den Hin- und Rückweg zum und vom Signal-Iduna-Park aus in Richtung Innenstadt oder Kreuzviertel nutzen: Lindemannstraße, Wittekindstraße, Im Rabenloh, Joseph-Scherer-Straße, Maurice-Vast-Straße, die nördliche Wendeschleife und die Strobelallee.

Das Sicherheitskonzept im Überblick (gelb: BVB-Fans vorbehalten / blau: S04-Fans vorbehalten / rot: gesperrt):

Für Schalke-Fans gilt: Die Anreise mit Bussen erfolgt nur über den Parkplatz „D 2“. (Maurice-Vast-Straße/Zufahrt über die B 54). Bahnreisende Schalker sollten den Hauptbahnhof unmittelbar durch den Nordausgang in Richtung U-Bahn-Haltestelle „Hauptbahnhof“ verlassen. Die Fußgängerbrücke über die B1 „Max-Ophüls-Platz“/Lindemannstraße“ und die Grünanlage an der Signal-Iduna-Versicherung sind ausschließlich Gäste-Fans vorbehalten.

Das erste Derby in Dortmund seit 2017 - damals gab es Probleme mit Schalker Hooligans

Es ist das erste Derby für die Dortmunder Polizei seit gut eineinhalb Jahren. Weil durch den Bundesliga-Spielplan beide Partien 2018 in Gelsenkirchen stattfanden, ist die jüngste Erfahrung die vom 26. November 2017.

Rund 650 Schalker, die mit Gebissschutzen, Sturmhauben und Quarzhandschuhen ausgestattet waren, reisten mit Privat-Pkw über die Kuithanstraße an. Offenbar hatten sie das Ziel, BVB-Fans anzugreifen. Der Polizei gelang es, ein Aufeinandertreffen zu verhindern.

Die Polizei sagt, sie habe für Samstag solche Szenarien wie im November 2017 im Blick. Es lasse sich aber nie verhindern, dass Personen frei anreisen oder gefährliche Gegenstände mitnehmen. Die Bundespolizei wird am Samstag schon ab den frühen Morgenstunden an den Hauptbahnhöfen in Dortmund und Gelsenkirchen, aber auch anderen Bahnhöfen und Haltepunkten im Ruhrgebiet präsent sein.

Die Dortmunder Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor

„Sollte es zu Auseinandersetzungen kommen, werden wir diese sofort konsequent unterbinden. Gewalttäter erreichen den Spielort definitiv nicht“, sagt Polizeidirektor Oliver Humpert, Einsatzleiter der Bundespolizei. Am Hauptbahnhof wird die Bundespolizei unter anderem Heim- und Gastfans durch Sichtschutzwände trennen. Während der Rückreise nach Spielende könne es zu temporären Sperrungen einzelner Bahnsteige und des Auf- und Abganges zur U-Bahn kommen.

Die Dortmunder Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Einsatzleiter Udo Tönjann sagt: „Gegen Straf- und Gewalttäter werden wir konsequent einschreiten. Diesen Anspruch darf die große friedliche Mehrheit der Fußballfans an uns haben.“

Deshalb empfiehlt die Polizei sich an Verhaltenshinweise zu halten, frühzeitig anzureisen, Wartezeiten mit einzuplanen und das Glasverbot rund um das Stadion zu beachten.

Die Chronologie der Krawalle

Die beiden Bundesliga-Partien 2018 in Gelsenkirchen verliefen ohne größere Auffälligkeiten. In den Jahren zuvor gab es mehrfach Ausschreitungen einzelner Gruppen bei Revierderbys. Eine Chronologie der Vorfälle seit 2012:

  • 20. Oktober 2012: Nach Krawallen an der Gaststätte „Flora“ auf dem Weg zum Stadion werden 180 Randalierer festgenommen. Acht Polizisten werden verletzt, der Sachschaden ist immens.
  • 26. Oktober 2013: In Gelsenkirchen sorgen rund 500 BVB-Hooligans im Stadion für Chaos und feuern Pyrotechnik auf Unbeteiligte.
  • 2015/16: Gegenseitige Provokationen in der Ultra-Szene, unter anderem der Diebstahl von Fahnen, führen zu Auseinandersetzungen im Umfeld der Stadien. In Dortmund versuchten vermummte Personen, eine Polizeikette zu durchbrechen, auch in Gelsenkirchen gab es Auseinandersetzungen unter Fans.
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