Riesiges Neubaugebiet sucht neuen Architekten – 30 Monate bis Baubeginn

hzBaugrundstücke in Dortmund

Der Boden ist geschichtsträchtig. Hier stand einmal die Zeche Gottessegen. Entsprechend groß ist das Gelände. Die Jaber International Group hat hier Großes vor - aber es wird noch dauern.

Kirchhörde

, 27.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war schon alles in trockenen Tüchern, die Pläne fertig. Vorgesehen waren rund 250 Wohneinheiten. Dazu im Eingangsbereich des Gebietes, also zur Hagener Straße hin, Lebensmittelmarkt sowie eine Kindertagesstätte.

Geprüft wurden sogar schon die Auswirkungen eines neuen Lebensmittelgeschäftes mit einer Größe von mehr als 800 Quadratmetern, auf die schon bestehenden Geschäfte in Kirchhörde.

„Das ehemalige Gelände der Zeche Gottessegen wurde später als eine Art Lager von der Deutschen Telekom genutzt“, sagt Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU). „Es ist einer der Bereiche im Stadtbezirk Hombruch, den wir gerne bebaut sehen würden.“ Einer der „weißen Flecke“, wie Semmler die Grundstücke nennt, die mal Industrie beherbergten und nun zu Bauland umgewandelt werden sollen.

Ein Relikt aus den Tagen, als die Telekom hier noch ein Lager hatte.

Ein Relikt aus den Tagen, als die Telekom hier noch ein Lager hatte. © Jörg Bauerfeld

Die Mitglieder der Bezirksvertretung in Hombruch hatten schon in der Septembersitzung 2018 die Pläne für die Bebauung auf dem Tisch. Die Pläne für das rund 4,7 Hektar große Gelände fanden Anklang bei den kommunalen Politikern. Auch der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen stimmte vor zwei Jahren für den Bebauungsplan Hom 262, Hagener Straße

Die Unterlagen sind beim Planungsamt der Stadt Dortmund

„Mein letzter Stand ist, dass im Planungsamt der Stadt Dortmund die Unterlagen bearbeitet werden“, sagt Semmler. „Aber es sind nun schon zwei Jahre vergangen, nachdem die Pläne uns vorlagen.“

Jetzt lesen

Auch eine Einwohnerversammlung auf der vorgestellt würde, was auf dem Gelände alles gebaut wird, sei noch nicht möglich gewesen. Besitzerin der riesigen Fläche ist die Jaber International Group. Und die hat weiterhin großes vor auf dem Areal.

Derzeit läuft ein Architektenwettbewerb

„Wir sind derzeit bei der Schaffung von Baurecht. Wir initiieren derzeit in Zusammenarbeit mit der Baubehörde einen Architektenwettbewerb. Danach werden die Ergebnisse aus diesem Wettbewerb als Grundlage für Baurecht und die weitere Entwicklung des Areals dienen“, sagt Maximilian Jaber.

Bis 1963 gab es die Zeche Gottessegen. Die Einfahrt zum heutigen Gelände liegt noch an derselben Stelle wie auf diesem alten Foto.

Bis 1963 gab es die Zeche Gottessegen. Die Einfahrt zum heutigen Gelände liegt noch an derselben Stelle wie auf diesem alten Foto. © Archiv Tilo Cramm

Dabei werde die Schaffung von Baurecht ca. 18 Monate dauern. Weitere 12 Monate seien für die Planung und Baugenehmigung vorgesehen. „Danach fängt die praktische Umsetzung an. Diese vollzieht sich in drei bis vier Phasen. Jede Phase wird etwas mehr als ein Jahr dauern“, so Jaber.

Laut Eigentümer könnte es also noch mehr als 5 Jahre dauern, bis die Fläche der ehemaligen Zeche Gottessegen an der Hagener Straße bebaut ist. Ob das funktionieren wird?

Die Fläche ist komplett versiegelt

Hans Semmler dazu: „Die Umsetzung der Bebauungspläne ist sicher nicht ganz einfach, denn der Boden, den man dort vorfindet, ist nicht ohne.“ Schon seit langer Zeit ist die Fläche komplett versiegelt. Was sich aber unter der Asphaltdecke verberge, sei nicht so schön.

Aufgrund der Zechennutzung sei dort wohl mit einigen Rückständen im Boden zu rechnen, die erst einmal beseitigt werden müssen, so Semmler. Als 2016 große Tragluftzelte für Flüchtlinge auf eben diesem Areal aufgestellt wurden, spielte die Bodenbelastung keine Rolle - bei einer neuen, dauerhaften Bebauung sehr wohl.

Jetzt lesen

„Es ist sicher ein schwieriges Gelände, aber zur Bebauung durchaus geeignet“, so Semmler. Der hofft, dass das ehemalige Zechengelände nun bald bebaut wird. Zumindest sollen die neuen Pläne der Bezirksvertretung vorgestellt werden. Ebenso wie die Fläche der ehemaligen Weichenfabrik Schreck-Mieves in Barop.

Lesen Sie jetzt