Riesiges PopUp-Lastenfahrrad transportiert gesamtes Festival-Equipment

hzLiteratur-Festival

Es ist 3,70 Meter lang, 1,14 Meter breit und kann 700 Kilogramm transportieren. Dieses Lastenfahrrad sorgt für Aufsehen. Und das nicht nur im Straßenverkehr.

Huckarde

, 21.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor einem Jahr waren Lastenräder mit Tischen, Stühlen und vor allem Büchern ein Hingucker auf Spielplätzen und in Parks. „Bookbikes“ heißen sie. Jetzt ist der Fuhrpark des Kinder- und Jugendliteraturzentrums „Jugendstil“ gewachsen: um ein Aufsehen erregendes PopUp-Lastenfahrrad. Es ist der Dreh- und Angelpunkt der „Wortwiese“, einem neuen Format aufsuchender Literaturarbeit.

Von Donnerstag (22. August) bis Samstag (24. August) hat die „Wortwiese“ im Dortmunder Westpark Premiere. Kinder und Jugendliche sind eingeladen, zu lesen, kreativ zu sein, vor allem aber zu schreiben. Das Equipment kommt mit dem PopUp-Lastenfahrrad in den Park in der westlichen Innenstadt. Und dazu gehört eine Menge: Holzkisten als Sitzhocker, Tischplatten, Böcke, Leitern, Schreibpulte, Sonnenschirme, Sitzsäcke, Teppiche, Blumen.

„Wortwiese“ leistet Beitrag zum Klimaschutz

Entsprechend groß ist das E-Bike: 3,70 Meter ist es lang und 1,14 Meter breit. Die beiden Ladeflächen haben jeweils die Größe einer Europalette. Bis zu 700 Kilogramm Ladung befördert das Rad. „Uns gefällt der Gedanke, im öffentlichen Raum unterwegs zu sein“, sagt Linda Schocke von Jugendstil. „Mit dem Fahrrad folgen wir unserem Nachhaltigkeitsgedanken.“ Heißt: Die „Wortwiese“ ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

Riesiges PopUp-Lastenfahrrad transportiert gesamtes Festival-Equipment

Ein Baum als Schreibtisch: Auf der "Wortwiese" erleben Reiseschreibmaschinen eine Renaissance. © Uwe von Schirp

Beim Festival selbst steht das Rad ebenfalls im Mittelpunkt: Auf den Ladeflächen liegen große Sitzsäcke und laden zum Schmökern ein. An den Tischgruppen können die Kinder und Jugendlichen schreiben und zeichnen. Schreiben können sie ebenfalls an einem Pult: Mit einem Spanngurt hält es an jedem etwas dickeren Baum. Zum Einsatz kommen zudem die guten alten Reiseschreibmaschinen.

Kreativität kennt kaum Grenzen

Die „Wortwiese“ ist auch Performance. Die jungen Schriftsteller sind aufgefordert, ihre Erst-Werke gleich vorzulesen. Das geht womöglich auf einer Leiter, wie Jugendstil-Chefin Andrea Weitkamp demonstriert. Es gibt unzählige Möglichkeiten, und die Kreativität kennt kaum Grenzen.

Riesiges PopUp-Lastenfahrrad transportiert gesamtes Festival-Equipment

Die Leiter wird zur Bühne bei Lesungen der jungen Autoren. Andrea Weitkamp zeigt, wie es geht. © Uwe von Schirp

An den drei Festival-Tagen im Westpark testen die Jugendstil-Mitarbeiterinnen das neue Format der Literaturvermittlung in der großen Variante. In kleinerer Form beteiligt sich das Literaturzentrum am Weltkindertag auf dem Friedensplatz (14. September) und an der Dortmunder Museumsnacht neben der Stadt- und Landesbibliothek (21. September).

„Dortmund ist Ausprobier-Standort“, sagt Linda Schocke. Vom kommenden Jahr an soll die „Wortwiese“ in großer oder in der kleineren Form an vielen Stellen in Nordrhein-Westfalen zu finden sein. Finanziert wurde das neue Projekt, zu dem auch eine Fahrrad-Rikscha mit Hörbüchern gehört, aus Mitteln des Landes.

Neue Wege in der Literatur-Vermittlung

Einmal mehr geht das Kinder- und Jugendliteraturzentrum Jugendstil einen neuen Weg der Literaturvermittlung. Äußerst erfolgreich sind schon die fünf „Bookbikes“, von denen eines in Dortmund, die vier anderen in diesem Jahr in Dormagen, Duisburg, Krefeld und Münster unterwegs sind.

Die „Bookbikes“ sind Lastenräder in Normalgröße. Mit ihnen transportieren die Literaturpädagogen aktuelle Kinder- und Jugendliteratur, Tische und Stühle zu Veranstaltungen. Oder sie machen spontan in Parks oder an Kinderspielplätzen Stopp. „Die Bookbikes richten sich eher an die Jüngeren“, sagt Andrea Weitkamp. „Mit der ‚Wortwiese‘ wollen wir Jugendliche für Literatur begeistern.“

Riesiges PopUp-Lastenfahrrad transportiert gesamtes Festival-Equipment

Kisten, Kissen, Leitern, Sonnenschirme und selbst ein Stück Wiese: Alles findet auf dem großen Lastenfahrrad Platz. © Uwe von Schirp

Möbeldesigner Benedikt Conrads unterstützt Linda Schocke sowie Andrea und Pina Weitkamp. Er setzt die kreativen Ideen in transportable Möbel für draußen um. „Das macht definitiv einfach Spaß.“

Garage gesucht

  • Das Kinder- und Jugendliteraturzentrum Jugendstil sucht dringend eine Garage oder eine andere Unterstellmöglichkeit für das PopUp-Lastenfahrrad. „Am liebsten wäre es uns natürlich kostenlos“, sagt Linda Schocke.
  • Garagenbesitzer oder andere Interessen können sich unter Tel. 1 76 58 81 oder per E-Mail an info@jugendstil-nrw.de melden.
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