„So haben wir unsere Schüler noch nie gesehen“ - soziale Aktion übertrifft Erwartungen

hzRobert-Koch-Realschule

Das soziale Engagement der Schüler und Schülerinnen der Robert-Koch-Realschule hat einen bleibenden Eindruck bei den Lehrern hinterlassen. Als Dank gibt‘s eine große Überraschung.

von Anika Hinz

Hombruch

, 18.06.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rahmen ihres 50-jährigen Jubiläums, das die Robert-Koch-Realschule am 14. Juni (Freitag) bei einem großen Schulfest gefeiert hat, haben die Schüler und Schülerinnen „50 gute Taten“ vollbracht. Eine Aktion, die sowohl von Lehrern als auch Schülern seit Herbst 2018 organisiert wurde und von Mai bis Juni stattfand.

„Wir haben gemerkt, dass soziales Engagement im Schulbetrieb viel zu kurz kommt, deswegen machen wir das“, sagte Schulleiter Wolfgang Siebeck bereits zu Beginn der Aktion. Und schon damals im Mai war er sich sicher, dass dies „keine einmalige Sache nur wegen des Jubiläums sein soll“. Für die Zukunft wünschte er sich, dass die sozialen Projekte weiter fortgeführt werden. Keine utopische Vorstellung, wie sich jetzt nach Beendigung der 50 guten Taten herausstellt.

Schülerinnen und Schüler bekommen Ehrenamt-AG

„Wir können mit Stolz verkünden, dass die Robert-Koch-Realschule zum kommenden Schuljahr eine Ehrenamt-AG bekommt“, sagt Kathrin Sznerski, Koordinatorin der „50 guten Taten“. „Auf diese Weise wollen wir das soziale Engagement weiter fördern und noch ausbauen“. Die Schüler und Schülerinnen hätten Szenerski und ihre Kollegen während der Aktionen äußerst begeistert.

„So haben wir unsere Schüler noch nie gesehen“ - soziale Aktion übertrifft Erwartungen

Eine Smartphone-Sprechstunde sollte Senioren und Seniorinnen im Umgang mit Smartphones fit machen. © privat

„Wir haben die Schüler aus einer ganz anderen Perspektive gesehen, sie waren richtig engagiert“, sagt Sznerski. Nie hätte es Probleme gegeben, für die vielen sozialen Aktivitäten genug Leute zu finden. „Und am Ende, nach einem Monat voller guten Taten, wollten die Schüler wissen, wie es weitergeht“, so Szenerski. „Sie kamen auf uns zu und wollten unbedingt weiter machen. Das dürfen sie jetzt auch - in der AG.“

Bekannte und neue Aktionen geplant

Die Ehrenamt-AG soll fester Bestandteil des Lehrangebots der Robert-Koch-Realschule werden und steht allen Schülern offen, die sich sozial engagieren wollen. Das Tätigkeitsprofil orientiert sich dabei an die 50 guten Taten, es sollen aber auch neue Aktionen dazu kommen. So besteht zum Beispiel die Überlegung, die AG-Teilnehmer im Bistro der AWO mithelfen zu lassen, falls dieses wirklich eröffnet. „Wir müssen jetzt planen und gucken, was sich ergibt“, sagt Sznerski.

„So haben wir unsere Schüler noch nie gesehen“ - soziale Aktion übertrifft Erwartungen

Während der "Kauf-eins-mehr-Aktionen" wurden viele Lebensmittel sowie Hygieneartikel gesammelt. © privat

Im Bistro hätten die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, das Mittagessen auszuteilen. Das nötige Know-how dafür dürften sie bereits bei den 50 guten Taten erlernt haben. Da haben sie bereits bei dem Projekt „Warm durch den Mittag“ bei der Young Caritas Speisen und Getränke an Bedürftige und Wohnungslose verteilt. Viele der Lebensmittel stammten aus Spendenaktionen, die die Schüler und Schülerinnen unter anderem auf der Harkortstraße in der Hombrucher City starteten.

Lebensmittel, Geldspenden und Smartphone-Nachhilfe

Während der 50 guten Taten hat die Robert-Koch-Realschule eng mit der Young Caritas zusammengearbeitet und aktiv bei der Obdachlosenhilfe mitgewirkt. Bei den „Kauf eins mehr“-Spendenaktionen vor Supermärkten in der Region haben die Schüler und Schülerinnen Lebensmitte und Hygieneartikel gesammelt und diese anschließend an Bedürftige verteilt. „Auch die Young Caritas war richtig begeistert von unseren Schülern, ihre Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen“, sagt Sznerski. Es war das erste Mal, dass die Young Caritas mit einer Schule kooperiert hat - ein Pilotprojekt sozusagen.

Unerwartete Geldspenden

Unerwartete Geldspenden für bedürftige

Geldspenden haben die Schüler und Schülerinnen nicht gesammelt und trotzdem haben sie sie bekommen. Unter anderem bei den „Kauf-eins-mehr-Aktionen“ und bei den Gesprächsrunden für Senioren - in Form von Trinkgeld.

Weitere gute Taten waren eine Smartphone-Sprechstunde und Gespräche für Senioren, eine Müllsammelaktion im Ort sowie die Organisation eines Frühstücks für die Steinhammer-Grundschule. Außerdem haben die Schüler und Schülerinnen Lebensmittel, die bei der „Kauf-eins-mehr-Aktion“ übrig geblieben sind, einmal die Woche an das Gasthaus gespendet. „Vorher und nachher haben die Klassenlehrer die Aktionen im Unterricht besprochen. Dabei ging es immer wieder darum, wie sich die Schüler bei dem Projekt fühlten“, sagt Sznerski. „Eine Lernsituation für beide Seiten.“

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