Rückhaltebecken Ellinghausen: Hochwasser-Management für die gesamte Region

hzEmscher-Umbau

Seit einer Woche dröhnen einmal mehr die Kettensägen, Bagger räumen Holz und Bodenmassen: Rodungsarbeiten am Hochwasser-Rückhaltebecken Ellinghausen – mit sichtbarem Fortschritt.

Ellinghausen

, 15.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spaziergänger und Radfahrer, die von der Ellinghauser Straße zum Gut Königsmühle abbiegen, blicken in eine riesige grüne Wanne. Auf deren Sohle sammelt sich das Regenwasser der letzten Tage und Wochen. Währenddessen rollen am Emscherdamm im Bereich der Ellinghauser Straße seit Donnerstag (9.1.) Bagger.

„Etwaige Beeinträchtigungen bittet die Emschergenossenschaft zu entschuldigen“, schreibt Pressesprecher Ilias Abawi in einer Mitteilung. Grund für die rollenden Bagger und möglichen Beeinträchtigungen sind Rodungsarbeiten. Der Ausbau der Beckenteile B und C am Hochwasser-Rückhaltebecken (HRB) Ellinghausen schreitet voran.

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Seit rund zwei Jahren baut die Emschergenossenschaft (EG) an den beiden Beckenteilen westlich der Emscher. Beckenteil A auf der östlichen Seite war damals schon fertig – mit einem Fassungsvermögen von 350.000 Kubikmetern. Die beiden neuen Teile haben eine Kapazität von weiteren 550.000 Kubikmetern.

Emscher mäandriert in Ellinghausen

Beckenteil C in Höhe des Guts Königsmühle sieht schon weitgehend fertig aus. Doch der Eindruck täuscht. „Wenn keine schweren Maschinen rollen, wächst das Grün schnell nach“, erklärt Ilias Abawi. Denn noch trennt der hohe Damm den Fluss vom Rückhaltebecken. Das muss auch so sein.

Rückhaltebecken Ellinghausen: Hochwasser-Management für die gesamte Region

Der Damm zwischen der Emscher und dem Beckenteil C wird in diesem Jahr abgetragen. © Uwe von Schirp

„Die Dämme werden erst angepackt, wenn die Emscher abwasserfrei ist“, sagt der EG-Sprecher. Denn noch führt der Zechengraben über den Nettebach Fäkalien und Schmutzwasser in den Fluss. „Der Emscherdamm am Gut Königsmühle wird im Laufe des Jahres abgetragen.“

Rückhaltebecken Ellinghausen: Hochwasser-Management für die gesamte Region

Die Zentrale für den Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens in Ellinghausen. Bagger (im Hintergrund) bewegen gewaltige Erdmassen. © Uwe von Schirp

Anschließend werden Tiefbauer den Lauf der Emscher in das Becken verlegen und die alte Sohle zurückbauen. Die Ausschreibungen für diese Arbeiten laufen derzeit. In den HRB-Beckenteilen B und C wird die Emscher später einmal mäandern. Der schnurgerade, betonierte Verlauf gehört dann der Vergangenheit an.

Rückhaltebecken managen den Emscher-Pegel

Der Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens im Südosten Mengedes ist Teil des Emscher-Umbaus. Zusammen mit dem HRB Mengede im Nordwesten übernimmt es das Hochwassermanagement für den gesamten weiteren Verlauf bis Dinslaken.

Rückhaltebecken Ellinghausen: Hochwasser-Management für die gesamte Region

Unter der Brücke am Hof Emschertal befindet sich das Wehr, das den Pegelstand der Emscher flussabwärts bestimmt. © Uwe von Schirp

Bis zu zwei Millionen Kubikmeter Wasser kann die Emschergenossenschaft im Raum Mengede zurückhalten. Mit dem Wehr im HRB Mengede, an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel, steuert sie den Emscher-Pegel aller Anrainer-Städte flussabwärts. Ein ausgeklügeltes System – mit einem später einmal hohen Freizeitwert für die Bevölkerung.

Bis die Bauarbeiten in Ellinghausen abgeschlossen sind, werden Radfahrer und Fußgänger Behinderungen auf sich nehmen müssen. Der Emscher-Weg ist noch für knapp drei Jahre zwischen dem nördlichen Ortsausgang von Deusen und dem Eckei in Mengede gesperrt. Dann wird er am Ufer der neuen Beckenteile entlang führen und die Ellinghauser Straße unterqueren.

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