Festival für 2500 Besucher: Veranstalter will nach Absage klagen

hzRevierpark Wischlingen

Im Revierpark Wischlingen sollte im September ein Musik-Festival für 2500 Besucher stattfinden. Die Stadt Dortmund hat die Veranstaltung nicht genehmigt. Der Veranstalter will dagegen klagen.

Dortmund

, 09.09.2020, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte eine Reggae-Party unter besonderen Corona-Schutzbedingungen werden: Die Veranstalter des Ruhr-Reggae-Summer, das Unternehmen U-Concert, hatten für den 19. September (Samstag) eine Ein-Tages-Veranstaltung im Revierpark Wischlingen geplant. 2500 Tickets sollten verkauft werden.

Nach wochenlangen Gesprächen mit dem städtischen Gesundheitsamt über ein Hygienekonzept wähnten sich die Organisatoren des Unternehmens U-Concert auf einem guten Weg. Doch Anfang September kam eine aus ihrer Sicht überraschende Absage.

Veranstalter: Gesundheitsamt war einverstanden, das Ordnungsamt nicht

„Das ist sehr, sehr ärgerlich“, sagt Tilmann Rudorff von U-Concert. Noch wenige Tage vor der Absage sei das Hygienekonzept von der lokalen Gesundheitsbehörde für ausreichend befunden worden. „Wenn uns die Fachbehörde gesagt hätte, dass das vom Infektionsschutz nicht geht, hätten wir es sofort abgesagt. Aber das war nicht der Fall“, sagt Tilman Rudorff.

Die Besucher sollten in getrennten Blöcken voneinander auf der Festwiese des Revierparks sitzen. Die Anreise sollte in festen Zeitfenstern erfolgen, um größere Ansammlungen zu vermeiden.

Begründung: Bei der An- und Abreise vermischen sich die Gruppen

Die Absage sei am 4. September per E-Mail durch das Ordnungsamt erteilt worden. „Mit der Begründung, die An- und Abreise sei nicht geregelt“, sagt Tilmann Rudorff. Die Sorge: Nach dem Konzert würden sich die Gruppen wieder durchmischen.

Der Veranstalter gibt an, dass laut der Planungen auch die Abreise gestaffelt erfolgen sollte und maximal 850 Personen zeitgleich am S-Bahnhof Wischlingen eingetroffen wären. Diese hätten sich dann auf vier Bahnen verteilen können. Dies sei vergleichbar mit dem Schul- und Berufsverkehr.

Wegen der überregionalen Bedeutung muss das Gesundheitsministerium zustimmen

Die Stadt Dortmund spricht von einem „schwebenden Verfahren“, zu dem „keine Detailauskünfte“ erteilt werden könnten. Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt über den Ablauf: Nach der Corona-Schutzverordnung bedürfen Veranstaltungen dieser Größenordnung einer Genehmigung des Ordnungsamtes, die auf der Grundlage eines dem Gesundheitsamt vorzulegenden Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu erfolgen hat.“

Aufgrund der „überregionalen Bedeutung für das Infektionsgeschehen“ sei durch das Ordnungsamt das Einverständnis des Gesundheitsministeriums einzuholen.

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„Sofern in dem beschriebenen Abstimmungsverfahren keine Genehmigungsfähigkeit festgestellt werden kann, ergeht ein rechtsmittelfähiger, ablehnender Bescheid“, so Löchter. Der Veranstalter könne sich dazu schriftlich äußern.

Formal ist die Absage also noch nicht abschließend. Dennoch sind die Vorbereitungen für das Reggae-Festival gestoppt.

Veranstalter will die Stadt jetzt verklagen

U-Concert-Geschäftsführer Tilmann Rudorff sagt: „Wir wollen die Stadt jetzt verklagen. Denn wir gehen davon aus, dass das so nicht in Ordnung ist. Vielleicht liegen wir auch falsch. Aber das ist unser Gefühl und viele andere sehen es auch so“, sagt der Konzertveranstalter. Es gibt eine Resthoffnung, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen das Festival doch noch erlauben könnte.

In einer viel geteilten und kommentierten Videobotschaft an das Ruhr-Reggae-Summer-Publikum beklagen die Veranstalter eine nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung. Aktuell finde etwa in Düsseldorf die Caravan-Messe mit 20.000 Besuchern über mehrere Tage statt, der ÖPNV sei hier ausdrücklich im Ticket inbegriffen.

Zudem kritisieren die Konzertplaner den Auftritt von Armin Laschet bei einer Veranstaltung im sächsischen Aue vor 2000 Zuschauern, während im eigenen Bundesland Veranstaltungen abgesagt werden.

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