Ruhrkohle-Ruine in Dortmund weicht Wohnungen in Traumlage

hzWohncarree Hangeney

Einstmals wurden an der Hangeney-Straße in Dortmund Lehrlinge der Ruhrkohle geschult. Seit 1999 verfallen die Gebäude. Diesen Anblick müssen die Nachbarn aber nicht mehr lange ertragen.

Kirchlinde

, 09.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der verfallende Gebäude-Komplex an der Hangeney-Straße im Dortmunder Westen wird einer Wohnbebauung weichen. Das steht jetzt fest. Die Vermarktung hat zwar noch nicht begonnen. Aber einen Namen hat das Projekt schon: Wohncarree Hangeney.

So wie in vielen Fällen ist es auch an der Hangeney-Straße 147 bis 155 geschehen: Ein Gebäude wird nicht mehr gebraucht. Aufgrund mangelnder Pflege verfällt es. Das Grundstück verwildert. Dann werden die ersten Fenster eingeschlagen. Irgendwann lädt der Erste hier Müll ab.

Auch die ehemalige Schulungs-Einrichtung der Ruhrkohle in Kirchlinde hat sich so zu einem Ärgernis für die Anwohner entwickelt. Doch an diesem Problem wird gearbeitet. Für das Grundstück geht eine Odyssee zu Ende, von der kein Nachbar ahnen konnte.

Kein Verwendungszweck gefunden

Es war 1999, als der TÜV Nord das Grundstück der Zeche Zollern am Bärenbruch in Kirchlinde übernahm und dort ein berufliches Weiterbildungszentrum entwickelte. Mit der Zeche übernahm der TÜV auch das Grundstück an der Hangeney-Straße, für das er keine Nutzungs-Möglichkeit fand.

Der Zustand dieser Gebäude und des Grundstücks hat die Nachbarn zunehmend gestört.

Der Zustand dieser Gebäude und des Grundstücks hat die Nachbarn zunehmend gestört. © Holger Bergmann

Nach Angaben von Klaus Führ, dem Leiter des TÜV-Standorts, gewährleistete er immerhin die Verkehrssicherheit. Bis zum Januar dieses Jahres. Dann verkaufte der TÜV das Grundstück an die Firma Fliesen Theissen in Bocholt. Ein Unternehmen mit mehren Filialen im ganzen Ruhrgebiet. Doch ein Fliesenfachgeschäft in einem ländlich geprägten Vorstadt-Wohngebiet?

Aus der Idee eines Pflegeheims wurde nichts

Dass das nicht passt, bestätigt Geschäftsführer Christoph Theissen. Zu dem Unternehmen gehört eine Firma zur Immobilienentwicklung. „Wir hatten geplant, in Zusammenarbeit mit einem Träger ein Pflegeheim zu bauen“, so Theissen.

Doch die Stadt Dortmund bevorzugt Wohnungen. Die Verwaltung von Mietwohnungen hätte die Bocholter Firma nach eigenen Angaben überfordert. Das Grundstück mit Ruine wurde wieder verkauft.

Die drei ehemaligen Ruhrkohle-Gebäude verdecken den Blick von der Straße aus auf ein erstaunlich großes Grundstück, auf dem jetzt Wohnbebauung entstehen soll.

Die drei ehemaligen Ruhrkohle-Gebäude verdecken den Blick von der Straße aus auf ein erstaunlich großes Grundstück, auf dem jetzt Wohnbebauung entstehen soll. © Holger Bergmann

Marcus Breit von der New Standard Planen & Leben GmbH in Düsseldorf erkannte das Potenzial des Grundstücks: „Wunderbare Lage, ländlich, Vorortcharakter, direkte Nähe zu Schulzentrum, Kindergarten und Dortmunder Zentrum“, sagt er.

Noch wird an Details gefeilt

Eine Baugenehmigung liegt bereits vor, doch weil die extra gegründete Wohncarree Hangeney GmbH noch an Details feilt, werden bislang nur Rahmendaten veröffentlicht. Angedacht sind auf dem 7600 Quadratmeter großen Grundstück drei identische Baukörper mit jeweils 15 Wohnungen. Für die Bewohner gibt es 52 Stellplätze, 23 Carports und 6 Garagen.

Eine Prognose, wann es mit dem Abriss der Altgebäude losgeht, kann Marcus Breit bislang nicht geben. Die Nachbarn brauchen also doch noch etwas Geduld.

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