Rund um den Phoenix-See: Wie eine kleine Straße für einen kilometerlangen Umweg sorgt

hzBaustelle Schüruferstraße

Die Baustelle an der Schüruferstraße in Schüren sorgt für Ärger. Dabei sind nicht die Arbeiten an sich der Streitpunkt, sondern eine neue Beschilderung.

Schüren

, 28.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bauarbeiten müssen sein. Daran besteht für Dr. Marc Hansen kein Zweifel. Der Zahnarzt hat seine Praxis an der Schüruferstraße 206 und ist Baustellen vor seiner Tür gewohnt. Doch mit der jetzigen Situation ist er alles andere als einverstanden.

„Jetzt ist das Maß voll“, sagt Hansen im Gespräch mit dieser Redaktion. „Die Situation ist unhaltbar.“ Der Grund dafür ist die provisorische Sperrung beziehungsweise Umwidmung der Niergartenstraße zu einer Anwohnerstraße.

Zunächst war die Niergartenstraße noch eine Umleitung

Bis vor Kurzem sei diese gut 400 Meter lange Straße eine gute Umleitung gewesen, so Hansen. Dann kamen ab dem 12. November weiße, rot umrandete Schilder mit dem Zusatz „Anlieger frei“. Die offizielle Umleitung war nun dahin.

Rund um den Phoenix-See: Wie eine kleine Straße für einen kilometerlangen Umweg sorgt

Dr. Marc Hansen ist Zahnarzt und Oralchirurg. Er hat auf einer Karte die Straßensperrungen und Baustellen im Dortmunder Süden eingezeichnet. © Michael Nickel

„Ein Durchkommen von nördlich des Phoenix-Sees beziehungsweise aus Altschüren zur Schüruferstraße ist nicht mehr möglich“, so Hansen. Zur Gesamtsituation tragen nämlich mehrere Baustellen im Dortmunder Süden bei:

Die Faßstraße wird seit Oktober umgebaut. Hier staut es sich häufig, Autofahrer klagen über große Zeitverluste.

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An der Schüruferstraße selbst sorgt eine Baustellenampel für Verzögerungen. Gleiches gilt für den Steinkühlerweg und die Straße Am Remberg.

Die Adelenstraße ist nur in Richtung Norden befahrbar. Wer beispielsweise vom Phoenix-See kommt und auf die Schüruferstraße fahren möchte, landet in einer Sackgasse oder soll die ausgeschilderte Umleitung nutzen. Die führt über die Gevelsberg- und die Marsbruchstraße.

So werden aus 350 Metern auf der Adelenstraße gute 5 Kilometer durch Aplerbeck. „Das kann nicht im Sinne der Schadstoffreduktion im Dortmunder Stadtgebiet sein“, sagt Hansen.

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Mit der Niergartenstraße als Ausweichstrecke wäre das alles nicht sonderlich schlimm. Der Umweg beträgt weniger als einen Kilometer.

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Die „Durchfahrt verboten“-Schilder an der Einmündung zur Niergartenstraße sind nur provisorisch angebracht. © Michael Nickel

Nun stehen an der Einmündung zur Niergartenstraße aber provisorische „Durchfahrt verboten“-Schilder. Hansen hat sich deswegen mehrfach an die zuständigen Ämter der Stadt Dortmund gewandt.

Von dort erhielt er auch die Begründung für die Sperrung: Der Umleitungsverkehr durch die Niergartenstraße habe zu stark zugenommen, zudem liege hier eine Kita.

„Warum sollen wir alles aushalten?“

Dass Kinder vor gefährlichen Verkehrssituationen geschützt werden müssen, ist für Hansen selbstverständlich. „Aber an der Umleitung über Aplerbeck liegen gleich drei Kindergärten“, sagt er. Nido, St. Bonifatius und Villa Klitzeklein.

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Auch Fußgänger müssen an der Kreuzung von Schürufer- und Adelenstraße die Straßenseite wechseln. © Michael Nickel

Die Bauarbeiten seien notwendig. „Dafür müssen wir alle Einschränkungen in Kauf nehmen, darüber besteht kein Zweifel. Aber“, fragt Hansen: „Warum sollen Anwohner und insbesondere die Gewerbetreibenden an der Schüruferstraße alles aushalten und die Anwohner der Niergartenstraße werden geschützt?“

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