S-Bahn-Evakuierung in Dortmund dauert über drei Stunden – Ging das nicht schneller?

hzSturmtief „Victoria“

Wegen Sturmtief „Victoria“ blieb eine S-Bahn im Dortmunder Westen stehen. Bis alle Passagiere nach Hause konnten, dauerte es über drei Stunden. Die Deutsche Bahn erklärt sich zu dem Zeitaufwand.

Dortmund

, 17.02.2020, 12:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag (16.2.) ist eine S-Bahn zwischen den Haltestellen Dortmund-Oespel und Dortmund Universität kurz vor der Brücke In der Oeverscheidt mit einem Baum kollidiert. Aufgrund von Schäden am Zug und an der Oberleitung endete die Fahrt gegen 19.15 Uhr.

Die 67 Passagiere, darunter auch Kinder und ältere Menschen, blieben unverletzt. Für sie wurde es allerdings ein langer Abend.

Passagiere sitzen mehr als drei Stunden im stehenden Zug

Erst gegen 22.30 Uhr stiegen die letzten Fahrgäste in ein von der Deutschen Bahn bereitgestelltes Taxi um. Sie mussten also mehr als drei Stunden auf offener Strecke in der S-Bahn ausharren. „Das ist natürlich ärgerlich und tut uns leid“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Es sei allerdings der übliche zeitliche Ablauf für solche Situationen eingehalten worden.

Denn wenn eine Bahn stehen bleibt, ist es eben für die Passagiere nicht möglich, einfach auszusteigen und sich auf eigene Faust auf den Weg nach Hause zu machen. „Das Sicherheitsrisiko wäre zu groß“, sagt die Bahn-Sprecherin. Wird ein Schaden wie jetzt in Kley gemeldet, startet das Notfallmanagement der Deutschen Bahn nach einem festen Ablauf.

Notfallmanager der Deutschen Bahn war nach einer Stunde vor Ort

Ein zuständiger Notfallmanager, der bahneigene Notdienst und die Feuerwehr werden alarmiert. Für die beiden Letzteren gibt es laut der Sprecherin die Vorgabe, innerhalb von 120 Minuten am Ort des Geschehens zu sein. Der Notfallmanager sollte im Idealfall nach 45 Minuten eintreffen. In Kley war er rund eine Stunde nach dem Unfall vor Ort.

Die Feuerwehr und der Bahn-Notdienst organisierten vor Ort die Beleuchtung der Gleise und kümmerten sich um die Fahrgäste. Parallel dazu wurde der Weitertransport organisiert. „Je nach Standort des Geschehens und der Zahl anderer wetterbedingter Schäden kann das unterschiedlich lange dauern“, sagt die Bahn-Sprecherin.

S-Bahn-Passagiere fahren mit Taxis weiter

Die Feuerwehr Dortmund schreibt zum weiteren Ablauf: „Aufgrund der nicht absehbaren Dauer bis zur potenziell möglichen Wiederaufnahme des Bahnverkehrs wurde in Absprache mit dem Notfallmanagement der DB beschlossen, die Passagiere mit Einsatzkräften der Feuerwehr und der DB auf offener Strecke kontrolliert aus dem Zug zu begleiten.“


Die Räumung der Bahn sei zügig und ohne Zwischenfälle abgelaufen, teilt die Feuerwehr Dortmund mit.

Für die 67 Fahrgäste ging die Fahrt mit bereitgestellten Taxis an der Brücke In der Oeverscheidt ihre weiter. Gegen 22.30 Uhr fuhr das letzte Taxi ab. Die Kosten für die Taxifahrt übernimmt die Deutsche Bahn.

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