S1 und S4: Eurobahn verliert Auftrag - Notlösung muss S-Bahn-Verkehr in Dortmund sichern

VRR-Entscheidung

Bald sollte die Eurobahn den Betrieb der S-Bahn-Strecken S1 und S4 durch Dortmund übernehmen. Doch jetzt ist das Unternehmen den Auftrag wieder los. Aus gutem Grund.

Dortmund

, 18.09.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
S1 und S4: Eurobahn verliert Auftrag - Notlösung muss S-Bahn-Verkehr in Dortmund sichern

Die Übernahme der S-Bahn-Linie 4 ist geplatzt. © Oliver Schaper

Der Wettbewerb auf der Schiene treibt wilde Blüten. Immer wieder wechseln die Betreiber auf S- oder Regionalbahn-Strecken. Zum 15. Dezember sollte das Unternehmen Keolis mit der Eurobahn den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 übernehmen, die in Dortmund eine wichtige Rolle spielen. Jetzt, gut zwölf Wochen vor dem Wechsel, hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) als Auftraggeber die Notbremse gezogen.

Das Problem: Keolis konnte nicht genug Lokführer für die beiden S-Bahn-Linien finden. Bei Gesprächen sei deutlich geworden, dass „das Unternehmen etwa die Hälfte der notwendigen Planstellen nicht mit Triebfahrzeugführern besetzen und damit keinen für den Fahrgast zuverlässigen Betrieb der Linien ab Mitte Dezember garantieren kann“, teilt der VRR mit.

DB Regio soll vorerst weiterfahren

Konsequenz: Der VRR hat den Vertrag gekündigt. Stattdessen soll der jetzige Betreiber, die DB Regio AG, die S1 und S4 „über eine Notvergabe“ weiter betreiben. Gleichzeitig wird der Betrieb europaweit neu ausgeschrieben.

Fehlende Lokführer seien in der Branche ein bekanntes Problem, das dringend über Ausbildungsprogramme behoben werden müsse, erklärte VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser. Deshalb sei es unverständlich, dass Keolis seit Vertragsabschluss im Jahr 2016 nicht in der Lage sei, das notwendige Personal zu rekrutieren.

Keolis reagierte in einer ersten Stellungnahme „zutiefst enttäuscht und schockiert“, nachdem man von der Ausbootung aus den Online-Medien erfahren habe.

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