S1 und S4 können weiter fahren – Juristische Einsprüche sind vom Tisch

hzS-Bahnen

Großen Ärger gab es in den vergangenen Wochen um den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4. Gegen den Betrieb per Notvergabe an DB Regio gab es Klagen. Die sind jetzt vom Tisch.

Dortmund

, 10.12.2019, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) und Eurobahn-Betreiber Keolis haben das Kriegsbeil begraben. So lässt sich eine Pressemitteilung übersetzen, die beide Unternehmen am Dienstagmittag verbreitet haben.

„S-Bahn Rhein-Ruhr Linien S1 und S4: Keolis Deutschland und Verkehrsverbund Rhein Ruhr einigen sich außergerichtlich“, lautet die Botschaft. Damit wird ein vehementer Streit um den Betrieb von zwei für Dortmund eminent wichtigen S-Bahn-Linien beendet, der zuletzt auch juristisch ausgetragen wurde.

Vertrag kurzfristig gekündigt

Der Hintergrund: Mitte September kündigte der VRR an, den ab 15. Dezember laufenden Vertrag für den Betrieb der S-Bahn-Linien S1 und S4 mit Keolis kurzfristig zu kündigen. Keolis Deutschland, das unter dem Markennamen Eurobahn fährt, habe nicht genügend Fahrpersonal stellen und damit „keinen für den Fahrgast zuverlässigen Betrieb der Linien ab Mitte Dezember garantieren“ können, hieß es zur Begründung.

Wenig später beauftragte der VRR dann den bisherigen Streckenbetreiber DB Region per Notvergabe mit dem Betrieb der beiden S-Bahn-Linien. Eine Entscheidung, mit der Keolis sich nicht abfinden wollte. Das Unternehmen legte Einspruch bei der Vergabekammer Westfalen ein und klagte auch vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den VRR.

Beide Verfahren sind jetzt zu den Akten gelegt. „Keolis Deutschland hat die juristischen Prüfungen bei der Vergabekammer Westfalen sowie bei dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen beendet“, teilten beide Unternehmen nun mit. „Nach intensiven Gesprächen konnten wir eine gute außergerichtliche Einigung für alle Beteiligen erzielen“, erklärte VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser.

Keolis bleibt wichtiger Partner

Der VRR-Chef versicherte, dass Keolis „weiterhin eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle“ als Verkehrsunternehmen in NRW und als Geschäfts- und Vertragspartner spiele.

Nach der außergerichtlichen Einigung bleibt es auch dabei, dass der VRR die S-Bahn-Linien S1 und S4 im Rahmen eines europaweiten Vergabewettbewerbs im nächsten Jahr vorzeitig neu ausschreibt. Neustart für den Betrieb der Strecken soll dann im Dezember 2021 sein.

Strecken werden neu ausgeschrieben

Keolis wird sich an dieser Ausschreibung dann nicht beteiligen, kündigte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage an. Man konzentriere sich zunächst auf den Betrieb der bestehenden Strecken. Insgesamt ist Keolis-Tochter Eurobahn auf 15 Linien in NRW im Einsatz – unter anderem im Hellweg-Netz mit den Linien RB50 (Dortmund-Lünen-Münster) und RB 59 (Dortmund-Unna-Soest) und im Maas-Rhein-Lippe-Netz mit den Linien RE3 (Hamm-Dortmund-Düsseldorf) und RE13 (Hamm-Hagen-Venlo).

Die S-Bahnen der Linien 1 (Dortmund-Düsseldorf) und 4 (Unna-Lütgendortmund) fahren also ab 15. Dezember für weitere zwei Jahre unter der Regie von DB Regio – dann auch nach dem neuen VRR-Fahrplan mit verändertem Takt.

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