Sado-Maso: Für Betriebsräte wird es eng

DORTMUND Platzt die Bombe während der beiden Gütetermine vor dem Arbeitsgericht? Die zwei wegen Betrugs beschuldigten Betriebsräte der Städtischen Seniorenheime müssen sich am Mittwoch (9. 1.) und Donnerstag (10. 1.) vor dem Dortmunder Arbeitsgericht verantworten. Wie die Ruhr Nachrichten aus Reihen der Seniorenheime erfuhren, könnte dann eine weitere, wahrscheinlich ausschlaggebende Zeugenbeobachtung zur Sprache kommen.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 07.01.2008, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sado-Maso: Für Betriebsräte wird es eng

In diesen Räumlichkeiten eines Ferienhauses in Augustfehn bei Oldenburg haben sich die Beschuldigten vergnügt.

Zu Erinnerung: Dem 53 Jahre alten Betriebsratsvorsitzenden der Städtischen Seniorenheime sowie seiner etwa zehn Jahre jüngeren Stellvertreterin werfen andere Betriebsratskollegen vor, sich in einer für Sado-Maso-Spielchen ausgestatteten Ferienwohnung in Norddeutschland vergnügt zu haben, anstatt in Rostock im Weiterbildungsseminar zu sitzen.

Als die Anschuldigungen Anfang Dezember bekannt wurden, veranlasste die Geschäftsführung der Seniorenheime die fristlose Kündigung des Duos. Der Betriebsrat stimmte dem Kündigungsverfahren aber nicht zu, weshalb es jetzt zur gerichtlichen Abklärung kommt. Die bevorstehenden Termine vor dem Arbeitsgericht sind so genannte zustimmungsersetzende Verfahren. Danach dürften sich die Beschuldigten noch wegen des Betrugsvorwurfs vor dem Strafrichter wiedersehen.

Belastende Zeugenaussagen

Während das Duo bei seiner Behauptung bleibt, erst nach Beendigung des Weiterbildungs-Seminars in das Sex-Domizil gefahren zu sein, mehren sich Hinweise, dass Kripo und Staatsanwaltschaft den belastenden Zeugenaussagen einen hohen Wahrheitsgehalt beimessen. Wie es heißt, sei wohl einer der beiden Beschuldigten zur fraglichen Zeit bei einem so genannten Geschäftsvorfall nahe oder direkt in dem norddeutschen Dorf Augustfehn beobachtet worden.

Nach wie vor soll die Belegschaft der Städtischen Seniorenheime völlig unzufrieden sein mit der Situation. Sie fühle sich offenbar durch den untereinander völlig zerstrittenen Betriebsrat nicht mehr würdig vertreten. Der Ruf nach Neuwahlen wird immer lauter.

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