Sado-Maso: Seminar erst verschoben, dann gestrichen

11.01.2008, 20:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die kriminelle Energie der beiden Betriebsräte der Städtischen Seniorenheime, die gerade vor dem Arbeitsgericht ihre Jobs verloren, schien noch raffinierter als ursprünglich gedacht.

Zunächst sollte das fragliche Weiterbildungsseminar vom 15. bis 19. Oktober nämlich nicht in Rostock sondern in Stralsund stattfinden. Dort aber wurde es mangels Teilnehmerzahl abgesagt und nach Rostock verlegt, weil man es dort mit der Besichtigung des Landesarbeitsgerichts verbinden wollte.

Auch dieses Seminar fiel kurzfristig aus, weiß Martin Kaiser, Geschäftsführer der Seniorenheime. Dies aber sei nicht dem Rechnungswesen des städtischen Unternehmens mitgeteilt worden, sondern denjenigen, die für das Seminar angemeldet waren.

Und die hatten bekannter Maßen ihre einmal genehmigte Anmeldung genutzt, sich in der Sado-Maso-Wohnung in Norddeutschland zu vergnügen, anstatt den Arbeitgeber über den Ausfall des Seminars zu informieren. Wie berichtet, hatten die beiden Betriebsräte später den Veranstalter des ausgefallenen Seminars genötigt, ihnen eine Teilnahmebescheinigung auszustellen.

In einem zweiten angestrebten Gerichtsverfahren soll es demnach um die strafrechtliche Relevanz des Falls gehen. Die Vorwürfe lauten, so Kaiser, auf Betrug mit Vorsatz und Nötigung. Der Geschäftsführer selbst sieht keinen Handlungsbedarf, etwas an der Praxis der gedeckelten Budgetierung für den Betriebsrat zu ändern. Dem Gremium stehen jährlich gut 30 000 Euro für Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Kaiser will zwar mit dem möglichst bald neu zu wählenden Betriebsrat über mehr Kontrollmechanismen sprechen, betont aber, er könne und wolle niemals alle 13 Betriebsratsmitglieder unter Generalverdacht stellen.

Ein Dorn im Auge ist Kaiser die vom Arbeitsrichter verfügten Zeugnisse, die er den beiden Betriebsratsmitgliedern ausstellen muss. Für die Ausformulierung will er sich Fachverstand von außen holen. Falls dieses Zeugnis später angefochten werden sollte, scheue er keine weitere gerichtliche Auseinandersetzung. bö

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