Sanierungsfall Jugendamt: Jetzt soll ein Gerüst Fußgänger schützen

hzGebäudeschäden

Die Grundsanierung des Jugendsamts-Gebäudes am Ostwall ist fest geplant. Die Gerüste, die dort aufgebaut werden, haben aber nichts damit zu tun. Sie sind nötig, weil Gefahr droht.

Dortmund

, 13.11.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer an der Ruhrallee am Gebäude des Jugendamtes entlang geht, sollte aufmerksam nach oben schauen. Denn die Fassade bröckelt. In der Muschelkalk-Fassade haben sich Risse gebildet, einige Fassadenteile mussten schon ersetzt werden.

Weil die Gefahr besteht, dass sich Fassadenteile lösen, ergreift die Stadt jetzt Vorsichtsmaßnahmen. Die gesamte Westfassade an der Ruhrallee und ein Teil der Südfassade wird eingerüstet, kündigte Baudezernent Arnulf Rybicki am Dienstag (10.11.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands an.

Grundsanierung ist geplant

Der Komplex in prominenter Lage zwischen Ostwall, Löwenstraße, Töllnerstraße und Ruhrallee wurde zwischen 1953 und 1955 gebaut und später mehrfach erweitert. Schon lange ist klar, dass das Gebäude ein Sanierungsfall ist. Schon 2011 gab es ein erstes Gutachten dazu.

Seit 2014 steht auch die Fassade unter Beobachtung, wie Arnulf Rybicki berichtet. Alle vier Wochen gibt es Sichtkontrollen, alle zwei Jahre gründliche Inspektionen der Fassade. Dabei wurden in diesem Jahr „schwerwiegende Mängel“ festgestellt, teilt die Verwaltung mit.

Einige schadhafte Stellen an der Muschelkalk-Fassade des Jugendamts-Gebäudes wurden schon notdürftig ausgebessert.

Einige schadhafte Stellen an der Muschelkalk-Fassade des Jugendamts-Gebäudes wurden schon notdürftig ausgebessert. © Oliver Volmerich

Vor allem das Wetter und die Erschütterungen an der verkehrsreichen Kreuzung machen der Fassade zu schaffen. Hitze und Feuchtigkeit sorgen für Schäden an den Muschelkalkplatten, Mörtelfugen und -ankern. Die Schädigungen seien nach Einschätzung eines Fachingenieurs „nicht mehr kontrollierbar“, heißt es im Bericht der Verwaltung.

Zum Schutz sollen deshalb nun an der West- und Teilen der Südfront Gerüste aufgebaut werden. Zum Teil werden auch Schutznetze angebracht und Fassadenteile abgenommen, erklärt der Baudezernent. Sie werden dann zunächst durch einen Schutzputz ersetzt.

Muschelkalk-Fassade wird ersetzt

Langfristig soll das Gebäude, das als typisches Bauwerk der 1950er Jahre teilweise unter Denkmalschutz steht, eine neue Muschelkalk-Fassade bekommen. Das wäre dann eine Aufgabe im Rahmen der umfassenden Gebäudesanierung, die eigentlich für das Jahr 2025 geplant ist. „Doch die Fassade hält nicht mehr so lange durch“, sagt Rybicki.

Der Start der Arbeiten am Gesamtgebäude, die derzeit vorbereitet werden, hängen auch von der laufenden Sanierung des Sozialamtes ab. Denn dessen Übergangsquartier in der früheren Frenzelschule in Hörde soll anschließend vom Jugendamt genutzt werden.

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Zu befürchten ist, dass die Sanierung am Ostwall teuer wird. 2011 war von 10 bis 12 Millionen Euro die Rede, inzwischen kann man von deutlich mehr als 20 Millionen Euro Sanierungskosten ausgehen.

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