Schadstoffbelastung an der B1 sinkt – trotzdem droht Durchfahrverbot für Lkw

hzAktuelle Messwerte

Ein Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B1 rückt immer näher – obwohl die Belastung mit Stickstoffdioxid in Dortmund weiter gesunken ist. Doch die Politik will damit noch Schlimmeres verhindern.

Dortmund

, 13.09.2019, 10:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmund gehört zu einem guten Dutzend Städten, für die die Deutsche Umwelthilfe strengere Luftreinhalte-Maßnahmen einklagt. In zwei Fällen ist das dem umstrittenen Umweltverband schon ansatzsweise gelungen. Außer in Aachen müssen nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster von Donnerstag (12.9.9 auch in Köln in besonders belasteten Straßen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängt werden.

Wann über die Klage gegen den Luftreinhalteplan für Dortmund in Münster entschieden wird, ist noch offen. Doch auch hier ist nicht auszuschließen, dass die Richter die Forderung nach Dieselfahrverboten unterstützen. Ein Szenario, das Politik und Verwaltung unbedingt vermeiden wollen.

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Die SPD im Rat will deshalb jetzt vorbauen: Zur nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 18. September (Mittwoch) stellt sie den Antrag, den schon im März gefassten Beschluss für ein ganztägiges Fahrverbot für den Lkw-Durchgangsverkehr auf der B1 jetzt schnell umzusetzen.

Keine Einigung mit Umwelthilfe

Der Hintergrund: Zunächst sollte versucht werden, in Gesprächen mit der zuständigen Bezirksregierung und der Deutschen Umwelthilfe eine außergerichtliche Einigung zu finden. Doch das ist gescheitert. Deshalb stellt man sich nun auf eine gerichtliche Entscheidung ein. Die Hoffnung ist wohl, mit dem bereits vollzogenen Lkw-Durchfahrverbot vor Gericht bessere Karten zu haben.

Diskutiert wird über eine ganztägige Umleitung des Lkw-Durchgangsverkehrs auf der B1 schon seit Jahren. Bislang war ein Beschluss aber am Widerstand vor allem von Politikern aus den Außenbezirken gescheitert. Sie befürchten eine stärkere Belastung auf dem Autobahn-Ring um Dortmund.

Zuletzt hatte auch die Verwaltung der gleichlautenden Forderung der B1-Bürgerinitiative eine Absage erteilt – mit Hinweis auf die zu erwartende sinkende Belastung durch Luftschadstoffe an der B1.

Weniger Überschreitungen in 2018

Die Erwartung ist sogar eingetreten: An einer der beiden Messstationen an der B1 blieb die Belastung mit Stickstoffdioxid im Jahr 2018 erstmals unter dem von der EU geduldeten Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Nach der jetzt vorgelegten Bilanz des städtischen Umweltamtes lag die Durchschnittsbelastung am Messpunkt Westfalendamm im vergangenen Jahr bei 38 Mikrogramm. Am Messpunkt Rheinlanddamm ist die Belastung zwar von 47 auf 45 Mikrogramm gesunken, liegt aber weiter deutlich über dem erlaubten Grenzwert.

16 Messstellen von Land und städtischem Umweltamt gibt es insgesamt im Stadtgebiet. An vier Standorten wurde im vergangenen Jahr der Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm überschritten – außer am Rheinlanddamm auch an der Ruhrallee mit 51, an der Märkischen Straße mit 42 und an der Brackeler Straße ebenfalls mit 51 Mikrogramm.

Das sind im Jahresvergleich drei kritische Messpunkte weniger als im Jahr 2017. Außer am Westfalendamm wurde der Grenzwert nun auch an der Chemnitzer Straße (37) und an der Kirchlinder Straße eingehalten. Hier allerdings nur ganz knapp mit 40 Mikrogramm.

Langfristiger Trend

Die Verbesserung entspricht einem langfristigen Trend. „Im Jahr 2019 wurden noch an zwölf Messstationen Überschreitungen registriert“, bilanzieren die Experten des Umweltamtes. Im Mittel über alle Messstationen sei die Belastung mit Stickstoffdioxid von 2009 bis 2018 um 21 Prozent oder 10 Mikrogramm zurückgegangen. 2018 wurden im Schnitt 2 Mikrogramm weniger als im Vorjahr registriert.

Unklar ist nach Einschätzung der Experten, ob der Rückgang auf Maßnahmen zur Luftreinhaltung zurückzuführen ist oder ob auch Wetterphänomene eine Rolle spielen. Auf jeden Fall lautet das Fazit: Alle aktuellen Messergebnisse weisen auf den Handlungsbedarf hin, den Ausstoß von Stickstoffdioxid insbesondere durch den Verkehr als Hauptverursacher „weiter zu vermindern“.

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