„Wir sind wieder da“: Bunte Schäfchen zeugen vom Ende des Shutdowns

hzLadenöffnungen

Das Wollgeschäft an der Köln-Berliner-Straße in Aplerbeck hat wie viele andere wieder geöffnet. Städtische Kontrollen bleiben nicht aus. Sorge macht dem kleinen Geschäft die Lage in Italien.

Aplerbeck

, 21.04.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Geschäftsleben kommt so langsam wieder in Fahrt in Aplerbeck. Läden bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen nach dem Shutdown wieder öffnen und schon wird es bunter und freundlicher im Ortskern.

Einige der Läden haben bunte Luftballons vor den Eingang gehängt, um zu demonstrieren: „Wir sind wieder da“. An der Köln-Berliner-Straße 12 sind es die bunten Schäfchen, die zeigen, dass auch das kleine Wollfachgeschäft ab sofort wieder geöffnet hat.

Melanie Blaes konnten den Laden wieder öffnen. Nach vier Wochen Corona-Sperre.

Melanie Blaes konnten den Laden wieder öffnen. Nach vier Wochen Corona-Sperre. © Jörg Bauerfeld

Seit nunmehr sieben Jahren gibt es „Schäfchen – Spaß an Wolle“ jetzt schon im Ortskern. Der kleine Laden, der von Susanne Schwenke-Meyer und Tochter Melanie Blaes geführt wird, ist die Adresse für Wolle und Zubehör im Dortmunder Süden. Und hat daher auch jede Menge Stammkunden.

Und die lassen das kleine Familienunternehmen nicht im Stich. „Heute Morgen, als wir aufgeschlossen haben, stand schon eine Schlange vor der Tür“, sagt Melanie Blaes am ersten Tag der Ladenöffnungen. Natürlich in geordneter Reihe und immer auf den Sicherheitsabstand bedacht.

Drei Personen gleichzeitig dürfen sich in dem Geschäft aufhalten: eine Vorgabe des Landes NRW – und die wird auch streng eingehalten.

Drei „fröhliche“ Leute dürfen gleichzeitig im Laden sein.

Drei „fröhliche“ Leute dürfen gleichzeitig im Laden sein. © Jörg Bauerfeld

Genauso wie die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. So spuckte der Bruder von Melanie Blaes kurz vor der Wiedereröffnung von „Schäfchen Wolle“ kräftig in die Hände (, um sie nach getaner Arbeit wieder zu desinfizieren) und fertigte einen großen „Spuckschutz“ im Kassenbereich an.

Auch ein Mitarbeiter der Stadt Dortmund schaute am Montagmorgen (20.4.) vorbei und begutachteten die Sicherheitsmaßnahmen – was mit einem Lob von städtischer Seite endete.

Vor vier Wochen wurde geschlossen

Vier Wochen ist es jetzt her, dass der Laden seine Türen schließen musste und die bunten Schafe aus dem Ortsbild verschwanden. Vier Wochen, in denen Mutter und Tochter improvisieren mussten.

Da wurde zum Beispiel auf Bestellung verkauft. „Auch kontaktlos“, sagt Melanie Blaes. „Wir haben die Sachen zusammengepackt und dann in den Hof zum Abholen bereitgestellt. Bezahlt wurde auf Rechnung oder mit Paypal.“

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Auch geliefert wurde – an Stammkunden aus der Risikogruppe, die sich nicht in den Aplerbecker Ortskern trauten. Großen Umsatz machte „Schäfchen – Spaß an Wolle“ damit nicht. „Aber es war uns wichtig, dass die Kunden sehen, dass wir noch da sind“, sagt Melanie Blaes.

Die konnte, genau wie ihre Mutter, eine gewisse Aufregung nicht verbergen, bevor die Tür zum Woll-Geschäft wieder geöffnet werden durfte. „Ich war mir nicht sicher, ob Leute kommen. Jetzt sind wir froh, dass es doch einige waren.“

In Italien stehen die Webstühle still

Und wie geht es weiter mit „Schäfchen – Spaß an Wolle“? „Wir bleiben bei unseren normalen Öffnungszeiten und hoffen dann, dass wir die Lieferung für die Herbst- und Winterkollektion rechtzeitig bekommen“, sagt Melanie Blaes.

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Das Problem hierbei: Die gesamte Wolle in dem inhabergeführten Geschäft kommt aus Italien. Und da stehen aufgrund der Corona-Krise die Webstühle noch still. „Bestellt haben wir schon mal. Wir hoffen, dass es klappt“, sagt Melanie Blaes und lächelt.

Es ist wieder etwas Normalität zurück in Aplerbeck. Die Schafe vor dem kleinen Laden an der Köln-Berliner-Straße sind ein buntes Zeichen dafür.

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