„Schandfleck“: Alte Teile von Bahngleisen liegen seit drei Jahren ungenutzt im Grünen

hzDeutsche Bahn

Im Dortmunder Süden liegen Bahnschwellen und Gleise seit langer Zeit in einem Grünstreifen herum. Die Deutsche Bahn sieht keinen dringenden Handlungsbedarf, will aber dennoch etwas ändern.

Löttringhausen

, 27.08.2019, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Durchzählen kann man hier schnell durcheinander geraten. Entlang der Hellerstraße in Löttringhausen liegen Bahnschwellen aus Beton sowie Gleisteile aufeinandergestapelt im Grünbereich. Wie viele Einzelteile das sind? Schwierig zu sagen. Mehrere Dutzend ungebrauchte Teile liegen hier jedenfalls bis zu zweieinhalb Meter hoch.

„Das ist ein Schandfleck in der Gegend“, sagt eine Anwohnerin, die sich an diese Redaktion gewandt hat. Sie selbst hatte schon Kontakt mit der Deutschen Bahn, die für diesen Bereich zuständig ist. Die Regionalbahn 52 stoppt auf ihrem Weg zwischen Dortmund und Lüdenscheid ein paar Meter weiter am Haltepunkt Löttringhausen.

Bäume und Sträucher als Sichtschuzt sind weggefallen

Wer von hier aus in Richtung Schneiderstraße unterwegs ist, sieht auf der rechten Seite zwischen der Hohlen Eiche und der Feuerwache die Gleisteile. Die Anwohnerin schätzt, dass die Schwellen und Gleise seit gut drei Jahren hier liegen.

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„Im Sommer war das nicht so schlimm, weil immer alles zugewachsen war, im Winter sah das aber immer anders aus“, sagt sie. Vor wenigen Wochen sind allerdings Sträucher und Bäume abgeholzt worden, so dass der Blick ab sofort über alle Jahreszeiten hinweg frei ist.

„Schandfleck“: Alte Teile von Bahngleisen liegen seit drei Jahren ungenutzt im Grünen

Entlang der Hellerstraße in Löttringhausen liegen seit gut drei Jahren Bahnschwellen aus Beton auf einer Grünfläche. Im Hintergrund zu sehen: Die Feuerwache. © Michael Nickel

2018 hat die Anwohnerin per Mail Kontakt zu den Verantwortlichen aufgenommen. Ihr sei zugesagt worden, dass die Schwellen und der ganze Rest Anfang 2019 entsorgt werden sollen. „Nun ist fast ein Dreiviertel des Jahres um und nichts ist passiert“, schrieb sie Mitte August in einer Mail an diese Redaktion.

Fehlende Fahrzeuge sind ein Grund für die Verzögerung

Die Deutsche Bahn bestätigt auf Anfrage, dass die Schwellen eigentlich schon längst hätten entfernt sein sollen. „Wir hatten nach Gesprächen mit den Anwohnern geplant, die Schwellen Anfang Februar 2019 abzutransportieren“, teilt ein Bahnsprecher mit. „Diese Maßnahme konnte leider aus unterschiedlichen Gründen noch nicht durchgeführt werden.“

„Schandfleck“: Alte Teile von Bahngleisen liegen seit drei Jahren ungenutzt im Grünen

Auch nicht mehr genutzte Gleisteile liegen hier seit den Bauarbeiten entlang der Strecke. © Michael Nickel

Das läge unter anderem an fehlenden Sperrzeiten und sogenannten Zweiwegefahrzeugen zum Be- und Entladen, das sowohl auf Straßen als auch auf Gleisen unterwegs sein kann. „Wir befinden uns zur Zeit in einer neuen zeitlichen und organisatorischen Planung“, so der Bahnsprecher.

„Fest steht, dass von den Schwellen selbst, der Art und Weise ihrer Lagerung oder dem Material, keinerlei Gefahr für den Straßen- oder Bahnverkehr ausgeht“, heißt es weiter: „Insofern besteht kein erhöhter Handlungsbedarf. Dennoch streben wir eine Lösung an, die so zeitnah wie möglich ist.“

Die Anwohnerin wird also noch warten müssen. Wie lange, das weiß sie nicht. „Es kann ja vorkommen“, sagt sie, „dass sowas liegen bleibt, aber wenn man darauf hinweist und Bescheid sagt, sollte auch etwas passieren.“

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