Schaufenster der Grünen beschmiert, „weil wir uns gegen Rechts stellen“

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Ein Schaufenster der Grünen in Dortmund ist kaum noch als solches zu erkennen. Die Scheibe ist mit schwarzer Farbe beschmiert. Der Fraktionsvorsitzende Kaan Eker glaubt, den Grund zu kennen.

Kirchlinde

, 18.09.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst vor knapp zwei Monaten haben die Grünen aus dem Dortmunder Stadtbezirk Huckarde ein Schaufenster im Vorort Kirchlinde angemietet. „Unser Ziel ist es, wichtige Informationen und informative Wahlplakate der Grünen vor Ort öffentlich zu zeigen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen in die Lokalpolitik einzubringen“, hieß es im Juli.

Seitdem blieb das Schaufenster an der Kirchlinder Straße 11 von Außen unberührt. Es wurde lediglich in der Plakat-Zusammenstellung im Inneren von Zeit zu Zeit verändert. „Es ist nie etwas passiert“, sagt der derzeitige Fraktionsvorsitzende Kaan Eker nun, wenige Tage nach der Kommunalwahl.

Etwas, das sich in der Nacht von Donnerstag (17.9.) auf Freitag (18.9.) geändert hat. Er habe sich noch am Donnerstagabend mit dem Kirchlinder Grünen-Vertreter Hubertus Feltmann getroffen und das unversehrte Schaufenster auf dem Hin- und Rückweg gesehen.

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Am frühen Freitagmorgen habe ihn dann ein Anruf von Hubertus Feltmann erreicht. „Er hat diese Schmiererei an unserem Schaufenster entdeckt“, sagt Kaan Eker und weist auf das mit schwarzer Farbe überdeckte Schaufenster.

Die Dortmunder Polizei hat die entsprechende Anzeige bereits aufgenommen, wie Pressesprecherin Nina Kupferschmidt auf Anfrage bestätigt. „Höchstwahrscheinlich wird der Staatsschutz eingeschaltet, da bei einem solchen Vorkommnis ein politischer Hintergrund nicht auszuschließen ist“, erklärt sie.

Die einzige Botschaft gegen Rechts, die noch halbwegs im Schaufenster zu sehen ist: ein gelbes Schild mit eindeutiger Aufschrift.

Die einzige Botschaft gegen Rechts, die noch halbwegs im Schaufenster zu sehen ist: ein gelbes Schild mit eindeutiger Aufschrift. © Carolin West

Kaan Eker vermutet einen rechtsextremen Hintergrund. „Wir können es nicht beweisen, weil nachts niemand vor Ort war“, sagt er. „Aber die Vermutung liegt nahe, vor allem angesichts des hohen Wahlergebnisses für Die Rechte im Stadtbezirk.“

Mit 686 Stimmen liegt die Partei in Huckarde auf Platz 4 – direkt hinter den Grünen. Und die haben sich in ihrem Wahl-Schaufenster mit immerhin zwei Plakaten und einem gelben Schild mit der Aufschrift „Dortmund hat keinen Platz für Rechtsextremismus“ klar gegen Rechts positioniert.

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„Nur, weil wir uns gegen Rechts stellen, passiert so etwas“, sagt Kaan Eker und schüttelt den Kopf. „Eins ist klar: Nicht mit uns. Wir werden unser Engagement fortführen.“ Etwas, dass er sich auch von Dortmunds noch zu wählendem Oberbürgermeister wünscht.

„Es muss mehr gezielte Maßnahmen geben“, sagt Kaan Eker. „Es wurde schon viel gegen Rechts getan, beispielsweise als in Huckarde mit vereinten Kräften ein Partei-Büro verhindert wurde. Aber man sieht ja, dass es im Untergrund immer noch brodelt.“

Einen möglichen rechtsextremen Hintergrund der Schaufenster-Schmiererei möchte Nina Kupferschmidt nicht bestätigen. „Die Hintergründe sind noch zu prüfen“, sagt die Polizei-Pressesprecherin.

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