Bahn rechtfertigt Pläne: Bahnübergang wird für mehr Sicherheit geschlossen

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In Huckarde soll ein Bahnübergang dauerhaft geschlossen werden. Das sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen – und vor allem für Gegenstimmen. Doch die Bahn rechtfertigt ihre Pläne.

Huckarde

, 12.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Schock für die Huckarder Bezirksvertreter: Harmlos in den Unterlagen für die Juni-Sitzung versteck schlummerte ein Papier, das bereits im Vorfeld der Sitzung für Diskussionen sorgte und nun immer weitere Kreise zieht.

Die Bezirksvertreter sollten entscheiden, ob die Deutsche Bahn den Bahnübergang Westhusener Straße schließen darf. Unklar blieb allerdings, wann und warum der Bahnübergang geschlossen werden soll.

Auch darüber, wie gewichtig ihre Entscheidung wäre, gab es keine Auskunft. „Heißt unser Nein wirklich nein oder kann die Bahn trotzdem machen, was sie möchte?“, fragte Claudia Brückel (CDU). Gemeinschaftlich entschied man, die Vorlage in die Verwaltung zurückzugeben.

Ersatz für Bahnübergang erhitzt die Gemüter

Zumal der geplante Ersatz für den Bahnübergang die Bezirksvertreter ungehalten machte. Während die Deutsche Bahn eine Umgehungsstraße westlich entlang der Gleise plante, wies die Verwaltung diesen Vorschlag zurück. Zur Debatte stand damit nur ein ausgebauter Rad- und Fußweg durch die Kleingarten-Anlage zwischen Westhusener und Rahmer Straße.

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Auf Anfrage der Redaktion erläuterte die Deutsche Bahn die Gründe für ihre Pläne. „Das mechanische Stellwerk Dortmund-Rahm soll durch ein neues, elektronisches Stellwerk ersetzt werden“, sagte ein Bahn-Sprecher Anfang Juli. „Eine Bedienung des mechanischen Bahnübergangs Westhusener Straße ist dann künftig nicht mehr möglich.“

Zudem sei der Bahnübergang wenig frequentiert und die Umgehungsstraße ein guter Ersatz. Doch diese Alternative konnten zumindest die Bezirksvertreter nicht wählen. Ein Unding, wie CDU-Ratsvertreter Uwe Wallrabe findet. „Diese Straße wäre die einzig akzeptable Lösung.“

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Verkehrssicherheit steht im Vordergrund

Auch die Deutsche Bahn hoffe auf diese Möglichkeit, so der DB-Sprecher. Die alte Schranke an der Westhusener Straße an das neue Stellwerk anzupassen, sei indes keine Option. Denn es gehe dabei nicht nur um die Technik, sondern auch um die Verkehrssicherheit.

Die Bahn schließe zunehmend ihre Bahnübergänge, um die Verkehrssicherheit für Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger zu erhöhen. „Die Bahnübergänge ‚Rahmer Straße‘ und ‚Westhusener Straße‘ liegen dicht und verkehrsgünstig beieinander“, erklärt der Sprecher.

Durch den Bau des Seitenweges werde der Hauptverkehrsstrom direkt von der Westhusener Straße auf die Rahmer Straße geleitet. So sei das Kreuzen von zwei Bahnübergängen nicht mehr erforderlich.

Die Bahn werde ihr Vorhaben allerdings nicht, wie von den Bezirksvertretern befürchtet, ohne Zustimmung durchsetzen. „Wir benötigen das entsprechende Baurecht. Erst nach Vorliegen der Zustimmung aller Beteiligten kann die Plangenehmigung erteilt werden“, erklärt der Sprecher.

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