Schmuckstück am Dortmunder Wall wird unter Denkmalschutz gestellt

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Vor zehn Jahren hat es einen Anlauf gegeben, ein besonderes Gebäude am Hiltropwall unter Denkmalschutz zu stellen. Beim zweiten Versuch ist es nun gelungen. Gerade noch rechtzeitig.

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, 10.03.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zeitlos, elegant und architekturgeschichtlich bedeutsam: Das trifft nicht auf allzu viele Gebäude in der schwer kriegszerstörten Dortmunder Innenstadt zu. Umso größer ist die Aufgabe, die verbliebenen zu schützen.

Das ist nun im zweiten Anlauf für ein besonderes Objekt am Hiltropwall gelungen: Die Filiale der Deutschen Bundesbank gegenüber der Thier-Galerie hat es auf die Denkmalschutzliste geschafft. Gerade rechtzeitig, denn es soll in Kürze verkauft werden.

So wie sich der Umzug der Bank in den Neubau an der B1 hinzieht, so läuft auch das Denkmalschutz-Verfahren für das alte Gebäude am Wall schon länger. Im ersten Anlauf vor rund zehn Jahren konnte sich der Gutachter, Architekt Peter Kroos aus Dortmund, mit seinem Urteil nicht durchsetzen.

Am Eingang steht eine Figur von Gerhard Marcks: die Fortuna.

Am Eingang steht eine Figur von Gerhard Marcks: die Fortuna. © Susanne Riese

Diesmal lief es besser: Es gibt ein neues Gutachten, das dem zeitlos eleganten Gebäude von 1942 Denkmalwert bescheinigt. „Die Eintragung in die Denkmalliste wird derzeit vorbereitet“, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg.

Gerade rechtzeitig für das von Architekt Wilhelm Kreis entworfene Bankgebäude. Es hat bald ausgedient und soll verkauft werden, sobald die Finanzexperten umgezogen sind in ihr neues hochmodernes Domizil an der B1/Marsbruchstraße. Dort läuft bereits der Testbetrieb. Fünf Filialen werden absehbar an dem neuen Standort vereint. Der genaue Zeitpunkt dafür steht noch nicht fest, teilt die Zentrale auf Anfrage mit.

Immobilie wird verkauft

Die Eigentümerin wirft dann das alte Gebäude, zu dem auch 12 Wohnungen, ein Parkdeck und ein Geldspeicher im Keller gehören, auf den Markt. „Die Bundesbank verkauft ungenutzte Immobilien“, sagt Sprecher Uwe Deichert.

Wann das passieren wird, steht laut Immobilienmanagement ebenfalls noch nicht fest. Noch viel weniger klar ist, was dann aus dem städtebaulich bedeutsamen Gebäude gegenüber der Thier-Galerie wird.

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Vor diesem Hintergrund brachte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Thema Denkmalschutz erneut aufs Tapet. Zuständig ist die Bezirksregierung Arnsberg, die fachliche Beurteilung liegt wiederum beim LWL. Ende September 2019 hatte die Deutsche Bundesbank bereits ihre Stellungnahme dazu abgeben.

Die Experten des LWL haben nun den Denkmalwert des Objekts bescheinigt. „Das ist eine gebundene Entscheidung, damit ist das quasi festgeschrieben“, erklärt Christoph Söbbeler. Es bedarf also keiner weiteren Verfahren für den Denkmalschutz-Eintrag. Etwa bis Mitte des Jahres soll der Vorgang abgeschlossen sein, skizziert Söbbeler.

Diese Entscheidung hat Auswirkungen auf die Zukunft des Gebäudes. Im sogenannten Erlaubnisverfahren muss sich dann auch der zukünftige Eigentümer mit der Denkmalschutzbehörde abstimmen.

BDA-Vorstandsmitglied Marcus Patrias spricht sich für eine öffentliche Nutzung des Gebäudes aus.

BDA-Vorstandsmitglied Marcus Patrias spricht sich für eine öffentliche Nutzung des Gebäudes aus. © Susanne Riese

Damit ist ein historischer Bau in der Dortmunder Innenstadt gesichert - zur Erleichterung der Dortmunder Architekten im Bund Deutscher Architekten (BDA), die sich in der Vergangenheit immer wieder dafür stark gemacht hatten.

Sie loben die klare Architektur und Eleganz des Gebäudes von Wilhelm Kreis, von dem auch unter anderem das Hygienemuseum in Dresden und die Tonhalle in Düsseldorf stammen.

„Das Gebäude prägt den Wallring und korrespondiert mit gegenüberliegenden Gebäuden wie der Thier-Galerie“, sagt der Dortmunder Architekt Marcus Patrias, BDA-Vorstandsmitglied. Aus seiner Sicht wäre eine öffentliche Nutzung des Gebäudes ideal.

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