„Schmuddel-Tunnel“ als Tor zum Phoenix-See

hzTaubendreck

Eine Unterführung der B236 als Taubenparadies: Fußgänger und Radfahrer müssen aufpassen, um nicht in Taubendreck zu treten oder ihn auf den Kopf zu bekommen.

Schüren

, 17.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gott sei dank stinkt es nicht zum Himmel, doch schön ist es wahrlich nicht. Der Bürgersteig entlang der Meinbergstraße ist genau auf der Grenze zwischen Schüren und Hörde mit Tretminen gepflastert. Taubenkot, wohin das Auge reicht. Klar, nicht überall, aber die knapp 40 Meter, die unterhalb der B236 verlaufen, sehen übel aus.

Tauben habe es sich gemütlich gemacht

Unter der viel befahrenen Bundesstraße haben es sich Taubenfamilien gemütlich gemacht. Hier, zwischen den Auflagern und der Fahrbahn, ist genügend freie Fläche, um sich einzunisten.

Das tun die Federtiere auf beiden Seiten der Straße, wobei sie, nähert sich ein Fußgänger, auch plötzlich die Seite wechseln. Herunterfallender Kot mit eingeschlossen.

„Schmuddel-Tunnel“ als Tor zum Phoenix-See

Die Unterführung in der Nähe des Phoenix-Sees ist die Grenze zwischen Aplerbeck und Hörde. © Jörg Bauerfeld

Jetzt haben sich Bürger bei der Bezirksvertretung (BV) in Aplerbeck über den Zustand des Gehweges beschwert. Die BV kann aber nur zuhören, denn die Sache gestaltet sich doch komplizierter, als gedacht.

Das liegt daran, dass sich die Meinbergstraße und die dazugehörigen Gehwege im Besitz der Stadt Dortmund befinden und für die darüberliegende B236 ist Straßen NRW zuständig.

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Die Überführung führt von Osten her zu den größeren Parkflächen, die von den Besuchern des Phoenix-Sees genutzt werden. So gibt es direkt angrenzend an den Tunnelausgang links und rechts der Meinbergstraße mehrere Hundert Parkplätze.

„Schmuddel-Tunnel“ als Tor zum Phoenix-See

Zwischen Brückenpfeiler und Fahrbahn nisten die Tauben. © Jörg Bauerfeld

Die Stadt Dortmund gibt an, die Meinbergstraße und den dazugehörigen Gehweg regelmäßig zu säubern. „Die Meinbergstraße selbst wird im Rahmen der Straßenreinigungs- und Gebührensatzung der Stadt Dortmund zweimal wöchentlich durch die EDG gereinigt. Dies schließt auch die Gehwegreinigung mit ein“, sagt Pressesprecher Christian Schön.

Allein daran wird klar, wie groß die Menge an Kot ist, die die Tiere hinterlassen. Denn so richtig sauber sieht es auf dem Gehweg der Unterführung eigentlich nie aus.

Stadt kann nur den Dreck entfernen

Mehr als Reinemachen kann aber auch die Stadt Dortmund nicht. Denn der Platz an dem sich die Tiere aufhalten, gehört Straßen.NRW. Darum hat die Stadt Dortmund nicht einmal die Handhabe, den Tieren durch „Maßnahmen“ den Aufenthalt in der Unterführung zu verleiden.

„Grundsätzlich ist es förderlich, derartigen Verunreinigungen durch entsprechende Vergrämungsmaßnahmen zur Taubenabwehr vorzubeugen, jedoch können diese nicht ordnungsrechtlich gegenüber den hierfür zuständigen oder verantwortlichen Grundstückseigentümern angeordnet beziehungsweise durchgesetzt werden –auch nicht gegenüber Straßen NRW“, sagt Christian Schön.

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Was sagt Straßen.NRW dazu? Man sei auch nicht erfreut über die Tauben, denn Taubenkot greife auch Mauern und Steine an. Man werde bei einer der nächsten Reparaturarbeiten vor Ort überprüfen, ob es möglich sei, die Freiräume so zu verschließen, dass die Tauben keine Chane mehr haben, sich dort aufzuhalten, sagt ein Sprecher.

Wann das der Fall sei, könne man aber nicht sagen. Möglich sei es, Netze vor die Öffnungen zu ziehen. Das habe man auch schon an anderen Unterführungen so gehandhabt, sagt ein Sprecher von Straßen.NRW.

Ob dies auch an der Unterführung an der Meinbergstraße geschehen wird? Dafür gibt es keine konkrete Zusage.

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