Gleich drei Bombenblindgänger wurden am Donnerstag im Westfalenpark entschärft. © Hans Blossey
Weltkriegsbomben

Schnelle Entschärfung: Schon 18 Blindgänger-Funde im Westfalenpark in 2021

Wieder einmal der Westfalenpark: Der Fund mehrerer Bomben-Blindgänger hat an einer zentralen Stelle in Dortmund am Donnerstag (6.5.) für Einschränkungen gesorgt. Betroffen war eine Hauptverkehrsstraße.

Am Ende dauerte der Spuk nur rund 90 Minuten – inklusive Evakuierung, Sperrung einer zentralen Straße und Entschärfung. Die Experten vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg benötigten nicht lange, um im Westfalenpark drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen.

Schon gegen kurz vor 18 Uhr konnte der Park wieder öffnen. Gegen 14 Uhr am Donnerstag (6.5.) waren die 250-kg schweren Sprengkörper bei Bauarbeiten in Dortmunds größtem Park gefunden worden.

Warum immer wieder der Westfalenpark?

Damit steigt die Zahl der Blindgängerfunde im Westfalenpark im Jahr 2021 auf bereits 18. Am 12. Januar waren es fünf, am 18. Februar vier und am 25. Februar drei, drei weitere kamen am 15. April hinzu.

Zur Einordnung: Im gesamten Stadtgebiet mussten in diesem Jahr bisher 25 Fliegerbomben entschärft werden, die nach dem Abwurf vor fast 80 Jahren nicht explodierten.

Weil die Stadt Dortmund an mehreren Stellen gerade den Park umbaut – etwa für einen neuen Eingangsbereich an der Ruhrallee und eine Neugestaltung des Robinson-Spielplatzes – wird der Boden sondiert. Dabei tauchen immer wieder Blindgänger auf.

Beim Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg geht man davon aus, dass das zu Kriegszeiten noch unbebaute Gelände des heutigen Westfalenparks aus mehreren Gründen so stark bombardiert worden ist.

Der nahe Westfalendamm war schon damals eine wichtige Verkehrsachse, die britische Flieger-Bataillone zerstören wollten. Zudem waren die im Süden gelegenen Phoenix-Hochöfen ein Ziel vieler Angriffe.

Anwohner waren nicht betroffen, B 54 war gesperrt

Im Kampf gegen das NS-Regime flogen die britische und die amerikanische Luftwaffe von Mai 1943 bis zum Frühjahr 1945 mehr als 100 Luftangriffe, darunter acht sogenannte Großangriffe auf Dortmund. Dabei wurden mehr als 22.200 Tonnen Bomben abgeworfen wurden, umgerechnet auf die 250-kg-Größe also rund 90.000 Stück.

Wie schon bei den vorangegangenen Entschärfungen waren keine Anwohner von dem Einsatz betroffen. Das Hauptgebäude der Westnetz GmbH und das Raddisson Blu Hotel an der Florianstraße mussten evakuiert werden.

Die B 54 war in der südlichen Innenstadt ab 16.15 Uhr für circa eineinhalb Stunden in beide Richtungen gesperrt. Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es dadurch nicht.

Nach Angaben der Stadt Dortmund waren aus dem Ordnungsamt 31 Personen im Einsatz, aus dem Tiefbauamt 4 und von der Polizei Dortmund 13 Personen. Verglichen mit anderen Entschärfungen ist das ein kleiner Einsatz. Mehrere Stadtbahn-Linien waren für die Dauer der Entschärfung unterbrochen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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