Schüler lernen, warum man nicht ungefragt Fotos von Roman Bürki veröffentlichen darf

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Mobbing im Klassenchat, das Taschengeld geht fürs Ballerspiel Fortnite drauf - im Internet lauern Gefahren für Kinder und Jugendliche. Eine neue Veranstaltungsreihe steuert gegen.

Scharnhorst

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Pilotprojekt zur Stärkung der Medienkompetenz läuft vom 17. Juni bis in den November hinein in der Stadtteilbibliothek Scharnhorst. Dabei geht es darum, an 26 Projekttagen Schüler von der 5. bis zur 7. Jahrgangsstufe an den drei weiterführenden Schulen in Scharnhorst fit für das Internet zu machen. Sie sollen Gefahren, aber auch alles Nützliche kennenlernen, das ihnen dort begegnet.

Großes Interesse bei den Schülern

Bei einer Pressekonferenz zum Thema führte Stadtteilbibliotheksleiter Andreas Röhr aus, er sei durch den Safer-Internet-Day am 5. Februar noch einmal verstärkt auf das Thema aufmerksam geworden. An diesem Tag fand ein ähnlicher Workshop mit Sechstklässlern der Gesamtschule Scharnhorst in der Stadtteilbibliothek Scharnhorst statt. Und der sei für alle Beteiligten so interessant gewesen, dass er noch viel länger hätte dauern können, als die dafür veranschlagte Zeit. Weil es die Schüler in ihrem Alltag unmittelbar betreffe, seien sie mit großem Interesse bei der Sache gewesen.

Strategien gegen Mobbing im Klassenchat

Claudia Wierz vom Zentrum der Medienkompetenz in Dortmund (Zm.i-DO), das beim Jugendamt angesiedelt ist, nennt einige Inhalte dieses ersten Workshops, an dem sich auch die kommenden Veranstaltungen ausrichten.

  • Darf ist Bilder zum Beispiel von BVB-Star Roman Bürki posten?
  • Was kann ich tun, wenn ich im Klassenchat gemobbt werde?
  • Wie sieht der Umgang mit persönlichen Daten aus?

Finanziell wird dieses Projekt vom Förderverein der Gesamtschule Scharnhorst, der Bezirksvertretung Scharnhorst und dem Aktionsplan Soziale Stadt für Gesamtschule, Albert-Einstein-Realschule und Hauptschule Scharnhorst gestemmt. Andreas Röhr sucht nach Finanzierungsmöglichkeiten, um das Projekt künftig weiterführen und auch für Grundschulen anbieten zu können. Er erläutert, dass bereits 15 von 25 befragten Zweitklässlern (!) angaben, das süchtig machende Baller- und Gewaltspiel Fortnite zu spielen. Der Einstieg ins Spiel ist zwar kostenlos, aber um weiterzukommen, kann man sich Accessoires kaufen, für die manche Kinder ihr komplettes Taschengeld ausgeben. „Medienkompetenz muss neben Schreiben, Lesen und Rechnen als vierte Grundbildungsart Einzug in die Lehrpläne der Schulen halten“, so Dimitrios Karakatsanis (ebenfalls ZM.i-DO).

Sechs Studierende leiten die Workshops

Die von den drei weiterführenden Schulen in Scharnhorst bereits ausgebuchten 26 Workshoptage werden von sechs Studierenden der TU Dortmund geleitet, so Andreas Röhr. Neben dem finanziellen Aspekt habe das den Vorteil, dass die Übungsleiter vom Alter her gar nicht so weit von den Schülern entfernt seien.

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