Aus dem Klassenzimmer heraus in den Online-Unterricht? Das trifft ab nächster Woche für einige Dortmunder Schüler zu – sogar für einige ältere. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Corona-Schließung

Schüler zurück in Klassenräume? Dortmunder Gymnasiums-Chef: „Finde das hervorragend“

Einige Schüler dürfen Anfang Februar zurück in die Schule, allerdings nur einzeln und nur wenige. Ein Schulleiter aus Dortmund erklärt: „Diese Idee des Landes NRW finde ich hervorragend.“

Kein Präsenzunterricht, alle lernen auf Distanz – so ist es für die Schüler in Dortmund auch noch im Februar. Allerdings nicht für alle. In der neuen Schulmail, die das Land NRW am Donnerstag verschickt hat, steht ein neuer Passus:

„Die Schulen bieten denjenigen Schülerinnen und Schülern, die im Distanzunterricht zuhause kein chancengerechtes und gleichwertiges Lernumfeld […] vorfinden, ein qualitativ gutes Unterstützungsangebot.“

Soll heißen: Einzelne Schüler dürfen ab kommender Woche doch wieder in die Schule. Allerdings nur, um von dort aus dem Distanzunterricht zu folgen – so wie Klassenkameraden von zuhause aus.

Die Schulen sprechen Familien gezielt an

„Ich finde diese Idee des Landes NRW hervorragend, ich finde das richtig gut“, sagt Markus Katthagen, Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Asseln und Sprecher der Dortmunder Gymnasien. Das Positive: Die Schule könne ganz gezielt diejenigen Familien ansprechen, bei denen die Lehrer das Gefühl haben, irgendwie könne es besser laufen.

Das könne an fehlendem WLAN-Zugang liegen, an fehlenden digitalen Endgeräten, aber auch einfach an der Situation, in denen der Schüler sei. An seinem Gymnasium, so Katthagen, gebe es nicht so viele Fälle. Anderswo in Dortmund könne das anders aussehen.

WLAN-Passwort und Laptop von der Schule

Gerade deshalb sei es gut, dass es keinen vorgegebenen Katalog gebe, nach denen die Schulen handeln müssten. Sondern, dass jeder Kollege, jedes Kollegium da freie Hand habe. Wichtig und richtig: „Die Eltern haben nicht das Initiativrecht.“

„Wenn hier eine leere Schule ist und der Bedarf da ist, ist das doch eine gute Möglichkeit“, unterstreicht Katthagen. Und das eben nicht nur für die Klassen 1 bis 6, sondern auch für die Älteren, eben bis in die Oberstufe hinein.

Und die konkrete Umsetzung? Problematisch sei die sicherlich nicht, schätzt der Sprecher der Dortmunder Gymnasien. „Wir können einfach sagen: Hier ist das WLAN-Passwort. Und wir können dir auch noch einen Laptop ausleihen.“

Live-Talk zum Thema Schule

Mathias Richter, Staatssekretär im Schulministerium, wird am Dienstag (2.2.) in einem Live-Talk unseres Medienhauses gemeinsam mit einem Lehrer und einer Mutter Fragen von Leserinnen und Lesern zur Schulsituation beantworten. Der Titel der Veranstaltung in der Reihe „Wir müssen reden“ lautet: „Ein verlorenes Schuljahr – verdummen unsere Kinder?“

Fragen können Sie schon jetzt mailen an reden@ruhrnachrichten.de. Den Livestream können sie am 2. Februar ab 18.30 Uhr kostenlos auf ruhrnachrichten.de verfolgen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt