Nur mit Maske und mit Test ist der Unterricht an den Schulen in Dortmund wieder möglich. © picture alliance/dpa
Corona-Lockerungen

Schul-Neustart in Dortmund: „Wir hatten viel zu lange Schule ohne Schüler“

Alle dürfen wieder in die Schulen in Dortmund - wenn auch nicht alle gleichzeitig. Mehrere Schulleiter sagen: Die Freude hat man in den Gesichtern der Kinder und Jugendlichen ablesen können.

Wie ist es am Tag eins nach der längeren Zeit des Distanzlernens? Läuft alles glatt? Sind die Mädchen und Jungen glücklich, wieder in die Schule gehen zu dürfen, wenn auch nicht als ganze Klasse, sondern nur in kleineren Gruppen?

Mehrere Schulleiter aus Dortmund sagen: ganz eindeutig ja. „Die Gesichter, in die ich heute gesehen habe, haben mir gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler richtig froh waren, mal wieder in der Schule zu sein“, findet beispielsweise Dennis Draxler, der Leiter des Leibniz-Gymnasiums an der Kreuzstraße.

Inzidenz musste fünf Werktage unter 165 liegen

Markus Katthagen pflichtet ihm bei. Der Sprecher der Gymnasien in Dortmund hat an seinem Immanuel-Kant-Gymnasium in Asseln Ähnliches bemerkt. Und das sei auch kein Wunder: „Wir haben zu lange Schule ohne Schüler gehabt.“ Jetzt sei die Inzidenz endlich niedrig genug, dass etwas mehr Normalität einkehren könne.

Unter 165 musste die Sieben-Tages-Inzidenz liegen, und das für fünf Werktage – erst danach durfte Dortmund den Schritt zurückgehen zum Wechselunterricht. So hatten es das Corona-Notbremsen-Gesetz der Bundesregierung und die zugehörige Verfügung des Landes NRW festgelegt.

Dortmunder Hauptschul-Leiter: Zeitplan „hat man gut absehen können“

Dass es auf den Stichtag Montag (17.5.) hinauslaufen würde, war den Schulleitern schon früh klar. Erst recht, nachdem die Stadt Dortmund schon am Dienstag der vergangenen Woche diesen Zeitplan als wahrscheinlich angesehen hatte.

„Das konnte man gut absehen“, unterstreicht beispielsweise Carsten Schlagowski, Leiter der Konrad-von-der-Mark-Schule und Sprecher der Hauptschulen in Dortmund.

Dr. Dennis Draxler ist Leiter des Leibniz-Gymnasiums im Dortmunder Kreuzviertel.
Dr. Dennis Draxler ist Leiter des Leibniz-Gymnasiums im Dortmunder Kreuzviertel. In seinem Büro kann er auf die Maske verzichten, im Klassenzimmer sieht das anders aus. Ein Grund für Lehrer der Risikogruppe, warum sie nun doch vor Ort unterrichten können. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

„Wir haben uns früh genug informiert gefühlt, auch von der Stadt“, urteilt Heike Fortmann-Petersen von der Droste-Hülshoff-Realschule in Kirchlinde. „Und wir sind in einer guten Kommunikation mit unseren Schulpflegschaftsvorsitzenden“, fährt sie fort.

Ja, pflichtet Schlagowski bei, bei dieser Corona-bedingten Änderung sei genügend Zeit gewesen, über alle zur Verfügung stehenden Kanäle an Eltern und Schüler zu kommunizieren.

Stundenplan umgestellt: Tests nicht in Hauptfächern

An manchen Schulen blieb sogar genug Zeit für weitere Umstellungen: Am Kant-Gymnasium habe man alles so verändern können, dass nun im Klassenraum wieder die zweiten Fremdsprachen Französisch und Latein gelehrt werden könnten, erklärt Schulleiter Katthagen. Das sei vorher corona-bedingt nicht möglich gewesen.

Am Leibniz-Gymnasium wurde sogar der ganze Stundenplan umgestellt. Das Ziel: keine Hauptfächer mehr in der ersten Stunde, weil ja dann viel Zeit für die Selbsttests der Schüler draufgehe, so Schulleiter Draxler.

„Die Kolleginnen und Kollegen, die Nebenfächer geben, mögen mir das verzeihen. Aber in den Kernfächern wollen wir nicht noch mehr Unterrichtszeit verlieren. Deutsch, Englisch, Mathe – das ist schließlich das, was alle Schüler bis zum Ende ihrer Schullaufbahn brauchen.“

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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