Wieder zurück in den Schulen: Viele Lehrer sind wegen der aktuellen Lockerungen verärgert. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Schule und Coronavirus

Schulen öffnen mit Testpflicht: „Unruhe“ bei Lehrern in Dortmund

Die Schultore öffnen am Montag wieder. Es gibt allerdings von Lehrer- und Schulleiterseite noch Zweifel daran, ob alles wirklich so funktioniert, wie es sich das Schulministerium vorstellt.

Nach einer „Woche der Vorsicht“, so formulierte es Landesministerin Yvonne Gebauer, öffnen sich Schulgebäude wieder für Schülerinnen und Schüler.

Die Wechselmodelle, die alle Schulen auch in Dortmund vor den Osterferien entwickelt hatten, werden weiter fortgeführt. Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht sind zwei negative Tests bei Schülern pro Woche.

Rückkehr der Kinder wird positiv gesehen – aber die Bedingungen müssen stimmen

Die kurzzeitige Rückkehr zum Distanzunterricht war an vielen Schulen auf Unverständnis gestoßen. Entsprechend positiv sehen es viele Pädagogen, dass die Kinder und Jugendlichen zumindest zeitweise wieder vor Ort sind.

Dieses Gefühl mischt sich allerdings mit der Sorge darüber, ob die vom Schulministerium skizzierten Pläne für eine wöchentliche Testung auch wirklich umsetzbar sind.

Lehrer-Gewerkschaft: „Viele Ankündigungen zerplatzen wie Seifenblasen“

Volker Maibaum, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) Dortmund, sagt: „Niemand findet es gut, wenn Schulen geschlossen werden. Aber die Frage, die ich stellen muss, lautet: Sind die Bedingungen dafür geschaffen, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihren Job machen können?“

Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten gezeigt, dass die Bedingungen oft nicht gegeben seien und die „Ankündigungen des Ministeriums wie Seifenblasen zerplatzen“, so Volker Maibaum.

„Es macht die Kollegen unruhig, dass sie überhaupt nicht wissen, in welchem Fahrwasser wir uns gerade bewegen“, so der Dortmunder GEW-Vorsitzende. Dies bedeute mit fortschreitender Dauer der Pandemie eine zunehmende Belastung für Lehrerinnen und Lehrer.

Kritik an der Handhabung der Tests bei jüngeren Kindern

Die Handhabung der bisher gelieferten Schnelltests erweist sich nach ersten Erfahrungen vor allem für jüngere Kinder an Grundschulen sowie körperlich oder geistig beeinträchtigte Kinder an Förderschulen als schwierig.

Die Dortmunder Grundschulleiterin Christiane Mika (Libellen-Grundschule) hatte als Vorsitzende des Grundschulverbands NRW in einem offenen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet die geplante Test-Praxis für junge Kinder als nicht umsetzbar kritisiert.

Schulministerin Yvonne Gebauer sagt dazu am Mittwochnachmittag: „Der Landesregierung ist bewusst, dass dies eine neue Aufgabe für die Schulen ist. Angesichts der außergewöhnlichen Pandemiesituation setzt die Landesregierung auf die erforderliche Bereitschaft der Lehrkräfte, die Testdurchführung vorzubereiten. Dafür danken wir den Lehrkräften sehr herzlich.“

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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