Schulen vor dem Neustart: Leiter ist froh über die Maskenpflicht

hzSchulstart in Coronazeiten

Ein nicht ganz alltäglicher Start nach den Sommerferien steht den Schulen am Mittwoch bevor. Wir haben mit einigen Dortmunder Schulleitern über die Umsetzung der Corona-Regeln gesprochen.

Scharnhorst, Brackel, Eving

, 10.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für die Schulen beginnt am Mittwoch (12. August) ein Schuljahr unter Corona-Bedingungen. Das bedarf gewisse Vorbereitungen. Wir haben stichprobenartig einige weiterführende Schulen im Dortmunder Nordosten kontaktiert, um zu erfragen, wie sie mit den Vorgaben von Bezirksregierung Arnsberg und NRW-Schulministerium umgehen.

So gehen die Schulen mit der Maskenpflicht um

Er sei froh, sagt der Leiter der Gesamtschule Scharnhorst, Nadim Al-Madani, dass es eine klare Ansage zur Maskenpflicht auch im Unterricht gebe. Er habe keine Lust, solche Punkte mit Schülern und Kollegium diskutieren zu müssen. Andererseits habe es auch vor den Ferien bereits eine nahezu 100-prozentige Maskenquote an der Gesamtschule Scharnhorst gegeben. Insofern mache er sich wegen dieser Regel keine Sorgen.

Auf zeitweise geschlossene Ein- und Zugänge setzt die Gesamtschule Scharnhorst

Auf zeitweise geschlossene Ein- und Zugänge setzt die Gesamtschule Scharnhorst. © Andreas Schröter

Nadim Al-Madani setze für seine Schule unter anderem auf „kontrollierte Bewegung“. Das heiße, bestimmte Ein- und Durchgänge werden nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. So soll ein unkontrolliertes Herumlaufen im Schulgebäude vermieden werden.

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Untersagt ist den Schülern auch das Verlassen des Schulgeländes in der Pause. Sie dürfen also keinen Abstecher ins Einkaufszentrum EKS machen, wie sie es sonst gerne tun.

Außerdem bleiben die Schüler, soweit es geht, im Klassenverband. Differenzierungsmaßnahmen - wie beispielsweise im Religionsunterricht - sollen in den ersten Wochen nicht stattfinden.

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An der Europaschule in Wambel sind zwei Zelte aufgebaut worden, weil nicht sicher sei, ob die Schulcontainer, die eigentlich zum Einsatz kommen sollen, rechtzeitig abgenommen werden.

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Das berichtet die stellvertretende Schulleiterin Sonja Abdinghoff. Wie Unterricht im Zelt bei 36 Grad ohne Klimaanlage und Wasseranschluss (und auch ohne WLAN) funktionieren soll, sei natürlich noch eine spannende Frage. Die Container oder Zelte kommen zum Einsatz, weil es künftig mehr Eingangsklassen als bisher gibt und das Platzangebot der Schule dafür nicht ausreicht.

Keine unterschiedlichen Anfangszeiten

Unterschiedliche Anfangszeiten für die einzelnen Stufen hat weder die Europaschule noch die Gesamtschule Scharnhorst angeordnet. Das sei ja ein Wunsch der Stadtwerke gewesen, um die Busse nicht so voll werden zu lassen.

Da die Schüler der Europaschule jedoch aus vielen Stadtteilen kommen, werde ohnehin nicht ein spezieller Bus genutzt, so Abdinghoff. Bei der Gesamtschule Scharnhorst sei es eher so, dass die Schüler aus dem Umfeld der Schule kommen, so Al-Madani.

Anders sieht das bei der Albert-Einstein-Realschule in Scharnhorst aus. Die unteren drei Stufen beginnen um 8 Uhr mit dem Unterricht, die oberen um 8.15 Uhr. Ein Einbahnstraßensystem sei an ihrer Schule wegen der engen Treppenhäuser nicht möglich, sagt Leiterin Petra Dreiskemper. Sie versuche, die Stufen anders zu unterteilen: Einzelne Flure sind nur für bestimmte Stufen vorgesehen.

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Außerdem gebe es verschiedene Eingänge. Auch ein Container, in den die Verwaltung (Schulleitung, Sekretariat, Lehrerzimmer) Ende August/Anfang September umziehen wird, werde sicherlich zur Entspannung der Situation beitragen. Sie freue sich, dass der Krankenstand im Kollegium trotz der Pandemie derzeit sehr niedrig sei.

Schulleiterin Petra Dreiskemper freut sich darüber, dass ihr Kollegium zum neuen Schuljahr fast vollzählig am Start ist

Schulleiterin Petra Dreiskemper freut sich darüber, dass ihr Kollegium zum neuen Schuljahr fast vollzählig am Start ist. © Andreas Schröter

Dirk Bresinsky, Leiter der der Katholischen Hauptschule Husen, setzt auf einen ganz langsamen Start, um die Schüler Stück für Stück wieder an den Schulalltag zu gewöhnen. Sie seien so lange nicht mehr im Klassenverband in der Schule gewesen, dass sein Kollegium zunächst einmal nur hören wolle, wie es den Schülern überhaupt geht.

Der Unterricht, der zunächst nur von den Klassenlehrern erteilt werde, steigere sich wöchentlich von zunächst vier, dann auf fünf, dann auf sechs Stunden am Tag. Nach drei Wochen wolle er dann resümieren, wie der Unterricht funktioniert.

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Dirk Bresinsky habe eine Vereinbarung mit der benachbarten Roncalli-Grundschule getroffen, den gemeinsamen Schulhof zu unterschiedlichen Zeiten zu nutzen.

Roswita Weber, Leiterin der Theodor-Heuss-Realschule in Eving hofft, dass die Klassenlehrern den Schülern zu Beginn des Schuljahres vermitteln können, dass es von jedem einzelnen Schüler abhängt, ob das Virus aus der Schule ferngehalten werden kann oder nicht. Deswegen gebe es zu Beginn nur Klassenlehrer-Stunden. Es gehe auch darum, wie sich die Schüler in ihrer Freizeit verhalten.

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Um den Schülern des benachbarten Heisenberg-Gymnasiums auch in den Bussen nicht in die Quere zu kommen, gelte für ihre Schule ab sofort eine Anfangszeit von 7.45 Uhr, während das Gymnasium um 8 Uhr startet.

Die Maskenpflicht im Unterricht müsse sie selbstverständlich befolgen, allerdings werde Roswita Weber es angesichts der aktuellen Temperaturen erlauben, wenn jemand etwas trinken möchte und dabei die Maske kurz zur Seite schiebt. Sie plane viele Konferenzen, um den Erfolg der Regeln immer wieder zu hinterfragen und gegebenenfalls nachzusteuern.

Roswita Weber ist die Leiterin der Theodor-Heuss-Realschule in Eving

Roswita Weber ist die Leiterin der Theodor-Heuss-Realschule in Eving. © Andreas Schröter

Keiner der befragten Schulleiter geht davon aus, dass die Schule komplett geschlossen werden müsste, wenn es zu einem Corona-Fall kommen sollte. Dafür gebe es die Meldeketten, die zeigen, wer wann mit wem Kontakt hatte.

Wie es bei einem Corona-Fall weitergehe, entscheide das Gesundheitsamt.

Roswita Weber weist darauf hin, dass es schnell eng werden könne, wenn beispielsweise eine ganze Jahrgangsstufe ausfalle, weil ein erkrankter Schüler in mehreren Kursen sei und dadurch womöglich auch Lehrer ausfallen. „Dann könnten wir den Schulbetrieb vielleicht nicht mehr aufrecht erhalten“, sagt sie.

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