Eine Grundschule in Dortmund ist wegen das Verdachts auf eine Corona-Mutante vorsorglich wieder geschlossen. © dpa
Nach Polizeieinsatz

Schulleiter widerspricht Polizei: „Niemand nackt auf dem Schulhof“

Einen Polizeieinsatz wegen eines Nackten nahe einer Schule in der Dortmunder Nordstadt hat die Polizei am Dienstag bestätigt. Nun steht eine andere Version im Raum. Wie reagiert die Polizei?

Aufgeregte Eltern hatten sich an unsere Redaktion gewandt – und am Dienstag (15.6.) hatte die Dortmunder Polizei auch einen entsprechenden Einsatz bestätigt, bei dem ein stark alkoholisierter 38-Jähriger den Angaben nach nackt nahe einer Schule in der Dortmunder Nordstadt angetroffen wurde. Einen Tag später schildert der Schulleiter die Situation gegenüber unserer Redaktion anders.

„Es war definitiv niemand auf dem Schulhof, und es war niemand nackt“, sagt Tobias Lammert, Leiter der Albrecht-Brinkmann-Grundschule.

Am Dienstagmorgen sei er Augenzeuge gewesen, wie am Durchgang zu mehreren Schulen an der Erwinstraße/Uhlandstraße ein stark alkoholisierter Mann mit geöffneter Hose in der Nähe eines Baumes gestanden habe. Die Polizei habe ihn mitgenommen.

Eigendynamik führt zu Berichterstattung

„Natürlich versetzt so etwas Eltern in Aufregung. Aber es war eigentlich damit die Sache am Dienstag für mich erledigt“, sagt Tobias Lammert. Doch der Vorfall nahm eine Eigendynamik an, die den Schulleiter negativ überraschte.

Eltern aus dem Schulumfeld hatten dieser Redaktion am Dienstagnachmittag in emotionaler Erregung von dem Vorfall berichtet. Die Polizei bestätigte ihn auf Anfrage – inklusive der Fakten „nackt“ und „Schulhof“.

Polizei bestätigt Aussagen von Dienstag

Und mehr: Polizeisprecherin Amanda Nottenkemper bestätigt die Aussagen von Dienstag auch einen Tag später, am Mittwoch (16.6.), auf erneute Nachfrage. Die Informationen stammen demnach aus dem Einsatzprotokoll der Beamten vor Ort. Dort sei eine Zeugenaussage verzeichnet, in der von einem „nackten Mann“ die Rede gewesen sei. Die Information ließ sich am späten Dienstagnachmittag nicht mehr weiter vertiefen.

Die Berichterstattung über den Vorfall hatte allerdings Folgen für den Schulbetrieb. Denn nach Aussage des Schulleiters ließen zahlreiche Eltern ihre Kinder am Mittwoch (16.6.) zu Hause, offenbar aus Sorge, dass sich ein solcher Vorfall wiederholen könne. Tobias Lammert berichtet, er habe viele Gespräche mit Eltern führen und die Informationen richtigstellen müssen.

„Mit dem Artikel werden Schülerinnen, welche gerade einmal zwei Wochen wieder in vollem Umfang die Schule besuchen erneut vom Bildungsangebot abgeschnitten, da die Eltern die Kinder aus Angst nicht in die Schule geschickt haben“, sagt der Schulleiter.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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