Schulweg ohne Zebrastreifen und abgefahrene Spiegel: Straße soll sicherer werden

hzVerkehr in Dortmund

Weil ihre Straße zu stark befahren und zu unsicher geworden ist, wollen Anwohner etwas verändern. Sie haben auch schon einige Ideen.

Benninghofen, Loh

, 15.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lilith Huesmann und Antje Zander leben an der Overgünne, quasi auf der Grenze zwischen Benninghofen und Loh. Beide sind Mütter von Schulkindern. Und beide setzen sich dafür ein, dass es an der Overgünne sicherer wird. Zumindest zwischen Brücherfeld und Albingerstraße.

Vielbefahrene Straße

„Es handelt sich um einen gefährlichen Abschnitt einer viel befahrenen Straße inklusive Linienverkehr, auf dem es fast täglich zu abgefahrenen Spiegeln, Notbremsungen und Blechschäden kommt“, heißt es in einem Brief von Huesmann an die Dortmunder Politik.

Mit dem Schreiben wollen sie und ihre Nachbarn Bewegung in die Angelegenheit bringen. Wenn Lilith Huesmann Menschen erzählt, wo sie wohnt, bekomme sie als Antwort nicht selten: „Ach, da, wo die Rennstrecke ist.“

Schulweg ohne Zebrastreifen und abgefahrene Spiegel: Straße soll sicherer werden

Dieser Wagen stellt sich schon mal auf die Kurve ein und nutzt den Platz der Gegenfahrbahn. © Michael Nickel

Die Overgünne ist so breit, dass jedes Auto auf seiner Spur ausreichend Platz hat. Hier gilt zumindest im Bereich vom Wellinghofer Zentrum bis zur Benninghofer Straße Tempo 50. Tagsüber gilt auf Höhe der Benninghofer Grundschule Tempo 30.

Kein Zebrastreifen für die Kinder

Nur halten sich auf der Overgünne nicht alle daran. Und wenn es dann kurvig wird, so wie vor dem Bestattungshaus, nutzen Autos regelmäßig auch die Gegenfahrbahn. Und wenn Fußgänger die Straße überqueren wollen, haben sie in beide Richtungen schlechte Sicht.

Schulweg ohne Zebrastreifen und abgefahrene Spiegel: Straße soll sicherer werden

„Bitte langsam!“: Dieses Display zeigt Autofahrern auf der Overgünne, ob sie zu schnell unterwegs sind. © Michael Nickel

Besonders gilt das für die Schüler der Benninghofer Grundschule. „Sie müssen hier auch zur Bushaltestelle, aber es gibt keine Ampel und keinen Zebrastreifen“, sagt Lilith Huesmann.

Jetzt lesen

Die beiden einzigen Fußgängerampeln auf dieser Seite der Overgünne liegen 800 Meter voneinander entfernt. Dazwischen liegen drei Bushaltestellen und ein Kiosk.

Schulweg ohne Zebrastreifen und abgefahrene Spiegel: Straße soll sicherer werden

Die Overgünne im Dortmunder Süden ist eine viel befahrene Straße. © Michael Nickel

Vor allem beim Anblick von Süßigkeiten vergisst manch ein Kind vielleicht schon mal den Straßenverkehr zwischen sich und der Bude. „Dann ist ein Kind auch komplett abgelenkt“, sagt Antje Zander.

Sie, Lilith Huesmann und viele Anwohner der Overgünne setzen sich für mehr Sicherheit ein. Ihre Vorschläge: Fahrradwege, Zebrastreifen, rechts vor links, Einzeichnung von Parkbuchten auf der Fahrbahn, eine Tempobegrenzung auf 30 km/h oder eine Einbahnstraßenregelung.

Hinter der Kreuzung gilt Tempo 30

„Viele Nachbarn wollen eine Verkehrsberuhigung“, sagt Huesmann. Ein kleines bisschen mehr Sicherheit gibt es mittlerweile an der Overgünne.

Jetzt lesen

Seit wenigen Monaten hängt ein sogenanntes Dialogdisplay auf Höhe der Grundschule. Es zeigt den Autofahrern, ob sie sich ans Tempolimit halten.

Schulweg ohne Zebrastreifen und abgefahrene Spiegel: Straße soll sicherer werden

Diese Fußgängerampel auf Höhe der Benninghofer Grundschule soll die Schüler sicher über die Straße bringen. © Michael Nickel

Anfang März treffen sich Nachbarn mit Vertretern aus der Politik, der Verwaltung und der Polizei vor Ort. Thema wird dann auch die Kreuzung zur Benninghofer Straße sein, die Eltern als gefährlichen Teil des Schulwegs einstufen. Hinter dieser Kreuzung geht die Overgünne weiter. Ab dort ist sie eine Tempo-30-Zone.

Lesen Sie jetzt