Die Regenmassen in Dortmund haben viele Straßen überflutet. © privat/Silke Batuhan
Unwetter

Schutz vor Starkregen – Dortmund nimmt auch Stadtbahnnetz unter die Lupe

In Dortmund hat das Unwetter-Tief Bernd nicht so gewütet wie in anderen Städten. Zukünftig könnte Starkregen aber häufiger auftreten. Lassen sich schon Lehren aus dem jüngsten Ereignis ableiten?

Dortmund hat das Tief Bernd mit seinen Regenmassen nicht so hart getroffen wie andere Städte in Nordrhein-Westfalen. Wahrscheinlich ist, dass wir in Zukunft häufiger mit Starkregen zu kämpfen haben werden, warnen Meteorologen. Wie bereitet sich also die Stadt Dortmund auf zukünftige Unwetter vor?

Diese Frage käme noch zu früh, teilte die Stadt auf Anfrage dieser Redaktion mit. So kurz nach dem Unwetter könne man noch keine Auskunft geben, welche Maßnahmen vorgenommen oder wo Gelder zum Hochwasserschutz aufgestockt werden. Die Analysen dazu würden laufen, heißt es vonseiten der Stadt.

Analysen zu Verschlusssystemen an der U-Bahn

Diese beziehen auch das Stadtbahnnetz der Stadt mit ein. Die Stadt Köln plant etwa Hochwasserverschlusssysteme an Tunneleinfahrten der U-Bahn herzustellen.

Die Verhältnisse der Dortmunder Stadtbahn seien aber nicht vergleichbar mit denen der rheinnahen Stadtbahn in Köln, heißt es dazu von der Stadt, da in Dortmund bei Starkregen nicht das Grundwasser, sondern Oberflächenwasser das größere Problem seien.

„Dazu wurden bereits in der Vergangenheit in einer Untersuchung die Auswirkungen eines sogenannten 100-jährlichen Regenereignisses auf im Zentrum liegende Stadtbahnbahnhöfe analysiert“, heißt es von der Stadt. Diese Ergebnisse werden nun mit dem Unwetter von Mitte Juli abgeglichen.

Aus dem Starkregentag seien aber keine besonderen, betriebsrelevanten Vorkommnisse für Tunnel der Stadtbahn Dortmund bekannt. Der Stadtbahnbetrieb konnte in den unterirdischen Haltestellen planmäßig fortgeführt werden.

„Dortmund ist auf einem guten Weg“

In Hörde konnte ein Volllaufen des Stadtbahntunnels auch mit Hilfe des Phoenix-Sees abgewendet werden, der das Wasser aus der überlaufenden Emscher aufgenommen hatte.

In einem Interview mit dieser Redaktion sagte Dr. Christian Falk, Leiter der Stadtentwässerung in Dortmund, dass dieses Beispiel und der jüngste Starkregen gezeigt hätten, dass Dortmund auf einem guten Weg sei und die bisherigen Maßnahmen gewirkt hätten. Ein Ziel für die Zukunft sei, noch mehr Wasser nicht in die Kanäle oder Kläranlagen zu leiten, sondern oberflächlich zum Versickern zu bringen.

Nicht alle Haltestellen sind jedoch trocken geblieben. An der Brunnenstraße lief beispielsweise das Wasser die Treppen herunter. „Dass es hereinregnet, kommt bei Starkregen vor“, sagt DSW21-Sprecher Frank Fligge. Das Gleisbett würde in solchen Fällen aber über Abwasserrohre und teilweise mit Hilfe von Pumpen entwässert.

„Funktioniert diese Entwässerung nicht mehr, weil etwa die Aufnahmekapazität der Kanalisation erschöpft wäre, würde sich im schlimmsten Fall zunächst das gegenüber dem Bahnsteig rund ein Meter tiefer liegende Gleisbett füllen – und das hat eine gigantische Aufnahmekapazität“, sagt Fligge.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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