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Schwarze "Tatort"-Schauspielerin beklagt Diskriminierung

hzFrauenfilmfestival

In Dortmund hat das 36. Frauenfilm-Festival begonnen. Bis Sonntag gibt es 120 Veranstaltungen. Zum Auftakt gab es kritische Töne zur Berücksichtigung von Schwarzen im deutschen Film.

Dortmund

, 09.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch vor der abendlichen Eröffnungs-Gala im „Cinestar“ begrüßten die Damen vom 36. Internationalen Frauenfilmfestival am Dienstag im Dortmunder Rathaus erste Gäste. Angereist waren Sheri Hagen und Edima Otuokon, beide in der Jury des Spielfilmwettbewerbs. Dazu Eef Hilgers und Anais Caura (Macherin des Eröffnungsfilms „The Man Woman Case“), deren jüngste Regiearbeiten das Festival präsentiert.

Festivalleiterin Maxa Zoller nutzte das Pressegespräch, um über das Tagesgeschäft hinaus mit ihren Gästen einen Blick auf die Situation von Frauen in der Filmbranche zu werfen, etwa in Edima Otuokons Heimat Nigeria. Die kämpft dort für die Teilhabe von Frauen an einer männerdominierten Branche, was letztlich eine Frage des politischen Willens sei, so Otuokon, Gründerin einer panafrikanischen Stiftung zur Förderung von Frauen in Film und Medien.

Nigerias Künstler-Szene ist in Bewegung

Nigerias Künstlerinnen und Kreative hätten noch viel zu lernen, speziell über geschäftliche Dinge. Auch dort komme aber Bewegung auf, erzählt Otuokon, die mit Maxa Zoller auf der letzten Berlinale in Kontakt kam, wo das Frauenfilmfestival Flagge zeigte, um sein Netzwerk weiter auszubauen.

Schwarze "Tatort"-Schauspielerin beklagt Diskriminierung

Sheri Hagen, Maxa Zoller, Anais Caura, Stefanie Görtz, Edima Otuokon (v.l.) gehen mit guter Laune ins Festival. © Kai-Uwe Brinkmann

Sheri Hagen, aufgewachsen in Hamburg, erinnerte daran, dass eine schwarze „Tatort“-Kommissarin nicht bedeute, dass die Lebenswirklichkeit von Farbigen im deutschen Film angekommen sei. „Von englischen Standards zur Berücksichtigung aller gesellschaftlichen Gruppen sind wir meilenweit entfernt“, so Sheri Hagen. Sie kennt die Filmlandschaft als Regisseurin, Darstellerin, Produzentin und ist beim Festival mit ihrem Regiedebüt „Auf den zweiten Blick“ vertreten, zu sehen am Samstag um 14 Uhr in der Schauburg.

Wenn Internet-Videos weh tun

Die Holländerin Eef Hilgers fuhr vom Rathaus gleich weiter zur Gesamtschule Scharnhorst, wo sie einen Workshop zu ihrer Doku „Shame/Fame“ leitet, die im Schulprogramm des Festivals gezeigt wird: Ein Film, der um Peinlichkeiten im Internet kreist, Videos, die Leute verhöhnen, um Likes und Klicks zu generieren. „Da gibt es großen Gesprächsbedarf“, meint Hilgers, „ich freue mich schon auf die Arbeit mit Dortmunder Schülern.“

Herzstück des Festivals ist der Spielfilmwettbewerb, alle acht Konkurrenten sind in der Schauburg zu sehen. Im Domicil steigt am Freitag ab 19.30 Uhr eine lange Filmnacht mit kurzen Filmen rund um tierische Inhalte.

Am Donnerstag macht das Festival mobil und lädt zur Tour „Shorts On Wheels“, wo Teilnehmer (mit eigenem Rad) durch die City fahren und Filme auf Fassaden gucken. Treffpunkt ist um 20.30 Uhr vor dem U-Turm. Und am Samstag (22 Uhr, Domicil) gibt die Dortmunder Sängerin und Rapperin TriXstar mit Band ein Konzert, Musik und Party gehören also auch zum Festival.

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