Schwebeklänge aus dem Ozean und Baltikum

hzKlangvokal

Klangvokal endete am Sonntag. In die 21 Konzerte kamen 64.500 Besucher.

Dortmund

, 17.06.2019, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Julia Gaß

Mit 64.5000 Besuchern in 21 Konzerten – das entspricht einer Auslastung von 79 Prozent – ist das elfte Musikfestival Klangvokal am Sonntagabend zu Ende gegangen. 55.000 Besucher davon kamen am Samstag zum „Fest der Chöre“ in der Innenstadt.

Das Abschlusskonzert am Sonntagabend in der Reinoldikirche war kein spektakulärer Knaller, kein so großer Festival-Höhepunkt wie zuvor die konzertante Oper oder Operngala im Konzerthaus. Aber es stand für die vielen erstklassigen Vokalensembles, die auch in den kleineren Konzerten das Publikum in den vergangenen vier Wochen fasziniert haben.

Dass der Chor des Lettischen Rundfunks zu den besten Vokalensembles Europas gehört, zeigten die je zwölf Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Sigvards Klava eindrucksvoll, wenn sie ihre in dieser Qualität wohl einzigartigen „schwebenden Klänge“ in den Raum stellten.

Wind und Wasser

Mit Werken aus der baltischen Heimat eröffnete der A-cappella-Chor das Konzert und zeigte schon in „A drop in the Ocean“ vom Esten Eriks Eisenvalds seine große klangliche Qualität. Über Geräuschen von Wind und Wasser baut Eisenvalds spannende Schwebeklänge auf. Es war klug, die beiden ersten Werke des Programms umzudrehen, denn in Arvo Pärts Magnificat-Antiphonen hatte sich das Publikum dann schon eingehört in die baltischen Klänge, die der Chor auch kraftvoll in den Raum stellte.

Nah an der Schnulze

Das Kontrastprogramm dazu war die Bearbeitung des Adagietto aus Mahlers fünfter Sinfonie – nah an der Schnulze, aber Herzensmusik. Leider war von dem Text, August von Platens „Venezianischehn Sonetten“, nichts zu verstehen. Richtig spannend war nach der Pause die „Liturgie des Heiligen Chrysostomos“ von Tschaikowsky, dem man geistliche Musik dieser Art gar nicht zugetraut hat. Stimmungsbilder hat Tschaikowskys in den Hymnen komponiert; der vorzügliche Chor imponierte mit großer Eindringlichkeit (wie im Cherubim-Hymnus), aber auch mit klanglicher Kraft, die nicht nur im „Glaubensbekenntnis“ viel Zuversicht vermittelte.

In diesem Jahr gibt es bei Klangvokal noch eine Weihnachtszugabe: Tenor Daniel Behle, der ab 30. November auch „Lohengrin“ im Opernhaus ist, singt am 22. Dezember ab 17 Uhr im Reinoldihaus, begleitet von der Lautten Compagney Berlin, „Von Engel und und Hirten“. Karten: Tel. (018 06) 57 00 70 oder www.klangvokal.de

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