Sechs Wochen Trainingsausfall: Eine kleine Raupe bringt die Tennissaison durcheinander

hzTennis Club Mengede

Der Tennis Club Mengede hatte im Juni ungebetene Gäste: Eichenprozessionsspinner machten sich rund um die Platzanlage breit. Seitdem häuften sich in dem Verein die Sorgen und Probleme.

Mengede

, 29.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Als der Platzwart des Tennis Clubs Mengede Anfang Juni wie jeden Morgen die Platzanlage am Schersfeld kontrollieren wollte, kam er noch nicht einmal bis zum Parkplatz des Vereins. „Er stand vor den Absperrungen und hat mich dann informiert“, erzählt Susanne Staudinger, die Vorsitzende des Tennis Clubs.

Eine Information von der Stadt Dortmund habe es zwar per E-Mail gegeben. Jedoch sei die parallel zum oder erst kurz nach der Kontrolle des Platzwartes bei der Vorsitzenden eingegangen.

„Spielen auf eigene Gefahr“ war zunächst erlaubt

Weil der Grund, auf dem sich das denkmalgeschützte Clubhaus und die sieben Plätze des Vereins befinden, gepachtet ist, konnte die Stadt dem Club das Betreten des Platzes nicht verbieten. „Es wurde gesagt, ‚Spielen auf eigene Gefahr‘ sei erlaubt“, erklärt Susanne Staudinger.

Sechs Wochen Trainingsausfall: Eine kleine Raupe bringt die Tennissaison durcheinander

Die Vorsitzende Susanne Staudinger wünscht sich Nachwuchs für ihren Tennis Club Mengede. © Carolin West

Die Folge: Der Verein stellte den Trainingsbetrieb ein. Wer trotzdem zum Spielen kommen wollte, konnte das aber tun. Zwei Wochen später folgte die Hiobsbotschaft: „Wir bekamen die Empfehlung, auch nicht mehr auf eigene Gefahr zu spielen, weil der Befall so stark war“, sagt Staudinger. Eine Katastrophe für den Club, denn: Sommer heißt Tennissaison.

Vier Spieltage und die Clubmeisterschaft mussten verlegt werden

Drei Jugendspieltage und ein Damenspieltag fielen in die Zeit der Sperrung. „Da waren wir sehr dankbar, dass uns die Nachbarvereine unter die Arme gegriffen haben“, sagt Susanne Staudinger. Dank der Hilfe aus Huckarde und Ickern konnten die Spieltage auf anderen Anlagen stattfinden.

Für die Clubmeisterschaft sah es da schon weniger rosig aus. Das letzte Augustwochenende (24. und 25. August) ist der Ersatztermin - zusammen mit dem Sommerfest. „Wir müssen jetzt einfach Termine kombinieren, um bis Saisonende alles unter einen Hut zu bringen.“

Die Wirtsleute haben nichts verdient

Auch die Vereinswirte hatten unter der Sperrung der Platzanlage zu leiden. „Das war natürlich ein Verlustgeschäft“, sagt Susanne Staudinger. Und schließlich bringen Spieltage, bei denen mit der Gastmannschaft doppelt so viele Essen wie normalerweise ausgegeben werden, das meiste Geld. Wie hoch der Verlust genau sei, konnten die Wirte nicht beziffern.

Beziffert werden können jedoch die Vereinsaustritte während der knapp sechswöchigen Platzsperre: null. „Unsere Mitglieder hatten zum Glück Verständnis.“

So geht die Stadt gegen die Raupen vor

Susanne Staudinger hofft jetzt, dass die Stadt etwas unternimmt, damit es im kommenden Jahr nicht erneut zu einem Trainingsausfall kommt. Schließlich ist der angrenzende Heimatwald derzeit noch immer gesperrt. „Die Absperrung gilt bis die Raupen auch dort entfernt werden konnten“, schreibt Stadtpressesprecher Christian Schön auf Anfrage. Eine Gefahr für die knapp 170 Mitglieder des Tennis Clubs bestehe aber nicht, deshalb sei die Platzsperre seit einigen Wochen aufgehoben.

„Um die Raupensaison im nächsten Jahr machen sich die Fachleute bei der Stadt in den nächsten Wochen weiter viele Gedanken“, so Schön weiter. Dass die Raupen der Eichenprozessionsspinner wiederkommen, sei jedoch „sehr wahrscheinlich“ - der Umfang allerdings noch nicht absehbar.

Der Tennis Club sucht Nachwuchs

Zunächst einmal ist die Raupe jedoch weg. Grund genug für Susanne Staudinger, wieder mit der Nachwuchssuche durchzustarten. „Wir wünschen uns noch mehr Mitglieder - egal, welchen Alters - damit die Plätze wieder besser gefüllt sind“, sagt sie. „Unser Verein ist sehr familiär - wir nehmen jeden gerne auf. Hier schaut auch niemand komisch, wenn man nicht das neueste Outfit von Herrn Nadal trägt.“

Interessierte können jederzeit zum „Schnuppern“ vorbeikommen, beispielsweise sonntags von 11 bis 13 Uhr, wenn Vereinsmitglieder gemischtes Doppel spielen. Noch nicht einmal ein Schläger ist fürs Mitmachen nötig. „Die haben wir hier, aber Schuhe mit glatter Sohle müssen schon sein“, sagt Susanne Staudinger.

Der Tennis Club Mengede

  • Vor dem Eintritt in den Tennis Club Mengede, können Interessierte erst einmal so vorbeischauen.
  • Wer ein Vereinsmitglied kennt, kann auch mit diesem gemeinsam einen Platz buchen - insgesamt fünf Mal - und sich dann entscheiden, ob eine Mitgliedschaft infrage kommt.
  • Die Teilnahme an Mannschaftstrainings ist nicht nötig. Wer nicht an Turnieren teilnehmen möchte, kann auch ein Training bei einer der zwei Tennisschulen buchen. Diese stehen natürlich auch für Spieler offen, die Abseits vom Mannschaftstraining ein Einzeltraining oder ein extra Gruppentraining wünschen.
  • Gruppentrainings werden günstiger, je mehr Spieler sich zusammenschließen.
  • Weitere Infos zum Tennis Club Mengede am Schersfeld gibt es im Internet.
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