Senioren halten in Corona-Zeiten per Tablet Kontakt zu ihren Familien

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Das Besuchsverbot in Corona-Zeiten ist eine Belastung für die Bewohner in Dortmunder Seniorenzentren. Eine Einrichtung in Eving steuert nun mit moderner Technik dagegen.

Eving

, 02.04.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während alle Pflegeeinrichtungen in NRW aufgrund eines Erlasses der Landesregierung schon seit gut einer Woche nicht mehr besucht werden dürfen, können Bewohner im Begegnungs- und Seniorenzentrum Minister Stein des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Eving ihren Angehörigen zumindest virtuell weiterhin zuwinken und ihnen das Neueste erzählen. Der Verband hat für seine Pflegeeinrichtungen mehrere Tablets angeschafft, die nun allen Senioren dort zur Verfügung stehen.

„Besuchsverbot stellt eine Belastung dar“

„Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für Angehörige und Freunde ist das Besuchsverbot eine Belastung. Alle verstehen natürlich, dass es zum Schutz derzeit wichtig ist, alle persönlichen Kontakte zu reduzieren. Trotzdem haben wir sofort nach Wegen gesucht, möglichst viel persönlichen Austausch zu ermöglichen“, erklärt ASB-Geschäftsführer Andreas Reifschneider.

Da die ASB-Pflegeeinrichtungen schon lange mit WLAN ausgestattet seien, konnten die technischen Voraussetzungen für Kontakte per Videoanruf schnell geschaffen werden.

Video viel intensiver als das Gespräch am Telefon

„Mitarbeiter aus der Betreuung oder dem Sozialtherapeutischen Dienst erklären den Umgang mit dem Tablet und stellen die Verbindung zu Kindern oder Enkeln her“, sagt ASB-Geschäftsführer Tobias Ahrens. „Der Kontakt per Videotelefonie ist deutlich intensiver als das reine Gespräch am Telefon. Wir sind uns sicher, dass sich diese Kontakte auch sehr positiv auf das Wohlbefinden der Bewohner auswirken werden.“

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Für den ASB stehe der gesundheitliche Schutz von Bewohnern sowie von Mitarbeitern an oberster Stelle. „Die Verordnungen des Landes, die ein grundsätzliches Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen vorsehen und auch eine Umgehung des Besuchsverbots durch Verlassen der Heime unterbinden sollen, setzen wir sehr konsequent um.“

Angehörige haben großes Verständnis

„Die meisten Angehörigen haben dafür auch großes Verständnis“, berichtet Andreas Reifschneider. „Genauso konsequent versuchen wir aber, möglichst viele gesundheitlich unbedenkliche Kontakte zu ermöglichen – per Brief, per Telefon oder eben jetzt per Videochat auf dem Tablet.“

Der Verband habe dazu auf den Webseiten der Pflegeeinrichtungen auch ein Infoblatt mit Anregungen veröffentlicht, wie Angehörige mit den Bewohnern der Heime in Kontakt bleiben können.

Erbaut im Jahr 2002 auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Minister Stein, bietet das Haus gleichen Namens heute 108 Bewohnern in Einzelzimmern Platz. Die vier Wohnbereiche heißen „Blütenzauber“, „Café Tango“, „Wiesengrund“ und „Meeresrauschen“.

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