Serpentinen an der Hohensyburg gesperrt – Rodung am Steilhang (Video)

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Wegen großflächiger Baumfällungen sind die Serpentinen an der Hohensyburg zurzeit gesperrt. Der Steilhang erfordert besondere Sicherungsmaßnahmen. Ein Seilkran kommt zum Einsatz.

Syburg

, 11.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Borkenkäfer hat am Hang unterhalb der Hohensyburg ganze Arbeit geleistet. Die Trockenheit der Vorjahre hat den Fichten derart zugesetzt, dass der Schädling leichtes Spiel hatte.

Die abgestorbenen Bäume recken sich rechts und links der Hengsteystraße braun und spirrelig in die Höhe. Zwar überdeckt inzwischen das dichte Grün der Laubbäume teilweise gnädig ihre traurigen Gerippe.

Aber schon bei leichtem Wind brechen die morschen Stämme, drohen abzurutschen und zur Gefahr für Fußgänger, Auto- und Zweiradfahrer zu werden.

Der schmale Weg am Ruhrhöhenweg musste für die großen Fahrzeuge verbreitert werden.

Der schmale Weg am Ruhrhöhenweg musste für die großen Fahrzeuge verbreitert werden. © Susanne Riese

Jetzt lässt die städtische Forstverwaltung eilig die toten Fichten roden und aus dem Hang ziehen. „Die Stadt muss ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen“, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Außerdem gelte es auch, die weitere Verbreitung des Borkenkäfers einzudämmen.

Video
Rodung mit Seilkran an der Hohensyburg

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits in den letzten beiden Maiwochen stattfinden, doch die ausführende Forstfirma aus Waltrop, die auf Rodungen in schwierigem Gelände spezialisiert ist, war am Einsatzort Wittbräucker Straße länger als geplant gebunden.

Anfang Juni hat die Forstgesellschaft Breddemann dann mit den Fällarbeiten begonnen. Seitdem ist die Hengsteystraße zwischen der Hohensyburgstraße in Höhe des Roadstops und dem Wanderparkplatz am Hengsteysee gesperrt.

Mit einem Seilkran werden die Stämme nach oben gezogen und dann verladen.

Mit einem Seilkran werden die Stämme nach oben gezogen und dann verladen. © Susanne Riese

Die offizielle Umleitung führt großräumig über Herdecke: über die Hohensyburger Straße, Wittbräucker Straße, Hagener Straße, Herdecker Straße, Schwerter Straße, Boeler Ring und Dortmunder Straße. Ortskenner nutzen allerdings Schleichwege über Buchholz und Westhofen oder Holzen.

Laut Auskunft der Stadt sollen Arbeiten und Sperrung bis zum 13. Juni (Samstag) andauern. Beobachter Ernst Bommert, der in der Nähe wohnt, bezweifelt das allerdings: „Das ist auf keinen Fall zu schaffen. Das sind Hunderte Bäume.“

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Hunderte Kubikmeter, um genau zu sein. So beziffert es Heinrich Breddemann, Geschäftsführer der Breddemann Forstgesellschaft. Er selbst geht davon aus, dass bereits am Freitag (12.6.) die letzten Bäume sicher deponiert sind und damit die Straße wieder freigegeben werden kann.

Schwierige Arbeiten im steilen Hang

Für die Arbeiten an der Böschung hat die Firma eigens eine Seilkrananlage installiert. „Wegen der steilen Lage ist das Gelände nicht mit Transportfahrzeugen zu befahren“, erklärt Heinrich Breddemann. Die Stämme werden deshalb mithilfe des Seilkrans den Hang hinaufgezogen, dort auf eine transportable Länge gebracht und auf ein Stück Wiese in der Nähe gefahren.

Der Forstweg musste dafür verbreitert werden, weil die schweren Fahrzeuge sonst nicht durchgekommen wären. Auf der Wiese zerteilt ein Hacker das tote Holz in handliche Späne.

Auf einem Stück Wiese an der Hohensyburgstraße lagern die Stämme. Im Hintergrund sind die abgestorbenen Fichten zu sehen.

Auf einem Stück Wiese an der Hohensyburgstraße lagern die Stämme. Im Hintergrund sind die abgestorbenen Fichten zu sehen. © Susanne Riese

Für hiesige Verhältnisse sei das schon eine sehr steile Lage, sagt Fachmann Heinrich Breddemann. Vor allem die Besonderheit, dass unterhalb des Hangs eine befahrene Straße verläuft, mache die Arbeiten anspruchsvoll. Mit normalen Fahrzeugen wäre an der stark abschüssigen Böschung nichts zu holen, deshalb wurde der Seilkran aufgebaut – eine Art Lift für Baumstämme.

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„Die Arbeiten dort sind nicht so einfach und erfordern besondere Sicherungsmaßnahmen“, sagt auch Stadtsprecher Schön. Schäden an gesunden Bäumen und Wegen seien manchmal unvermeidlich, würden aber nach Abschluss der Arbeiten wieder ausgeglichen.

Für die schwierige Rodung an der Böschung sei es einfacher, die Hengsteystraße für die Dauer der Arbeiten komplett zu sperren, statt immer wieder stundenweise. „So können sich die Autofahrer darauf einstellen.“

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