Shisha-Verbot in der Öffentlichkeit gelockert – unter strengen Regeln

hzCorona-Schutzverordnung

Die Stadt Dortmund hatte Shisha-Rauchen zeitweise komplett aus der Öffentlichkeit verbannt. Jetzt ist es wieder erlaubt. Die Einschränkungen machen aber ein potenziell kostspieliges Vergnügen daraus.

Dortmund

, 12.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Shisha-Rauchen sorgte in Corona-Pandemie für einige Diskussionen in Dortmund. Seit Mitte Mai hatte die Stadt Dortmund das Shisha-Rauchen komplett aus der Öffentlichkeit verbannt – mit dem Infektionsschutz als Begründung.

Das Verbot, beziehungsweise die städtische Ausweitung der Corona-Schutzverordnung, ist mehrfach verlängert worden, zuletzt bis zum 30. Juni.

Doch seit dem 1. Juli ist das Verbot gelockert. Shisha-Pfeifen dürfen unter strengen Auflagen auch wieder im öffentlichen Raum konsumiert werden. Die strengen Regeln dürften dem einen oder anderen Shisha-Liebhaber allerdings den Spaß an der Sache verderben.

Nur eine Person pro Pfeife

In der neuen Allgemeinverfügung der Stadt, die bis zum 31. Juli gilt, heißt es etwa, dass die Wasserpfeifen nicht von mehreren Personen gleichzeitig verwendet werden dürfen.

Gerade der Aspekt, dass sich häufig mehrere Personen gleichzeitig an einer Pfeife gütlich tun, tauchte schon in der Begründung des Verbots prominent auf – man wolle Menschenansammlungen vermeiden.

„In der Regel“ werde die Shisha in der Öffentlichkeit nicht von einzelnen Personen, sondern in der Gruppe geraucht, hatte es da geheißen. Diese Feststellung stütze sich auf eigene Beobachtungen von Polizei und Ordnungsamt.

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Abstände sind da kaum einzuhalten – von der Hygiene ganz zu schweigen, wenn mehrere Personen an dem gleichen Mundstück ziehen und so potenziell Krankheitserreger weitergeben.

Das ist dann auch die Begründung für die zweite Einschränkung der neuen Lockerung. Denn die einzelne Person, die in der Öffentlichkeit jetzt wieder eine Shisha rauchen kann, darf das „nur unter Verwendung von Einmal-Mundstücken und Schläuchen, die nach Gebrauch entsorgt werden.“

Gleiche Regeln für Privatpersonen und Shisha-Bars

Damit wäre jeder Rauchvorgang relativ kostspielig, wenn jedes Mal sogar der Schlauch entsorgt werden muss. Einmal-Mundstücke sind in großen Stückzahlen zu kriegen – für Pakete von 100 Stück werden etwa fünf Euro fällig. Shisha-Schläuche fangen allerdings pro Stück etwa bei 7 bis 8 Euro an.

Die Stadt wendet hier die aktuelle Hygiene-Regelung für gewerbliche Shisha-Bars und Außengastronomien an. Seit der neuen Fassung der Corona-Schutzverordnung vom 15. Juni ist auch in Dortmund das Rauchen der Wasserpfeifen in den Bars und Cafés unter strengen Auflagen wieder erlaubt.

Auch hier gilt die Regel: nur eine Person pro Pfeife und Einmal-Mundstücke und Schläuche, die nach Benutzung entsorgt werden müssen. Gleiche Regeln für Privatpersonen und Shisha-Bars also.

Diskussionen um dauerhaftes Verbot

Nach der zwischenzeitlichen Verbannung der Wasserpfeifen aus Dortmunds Öffentlichkeit waren in der Politik sogar Stimmen laut geworden, die dem Verbot eine Dauerhaftigkeit verleihen wollten. So hatte die CDU die Stadt aufgefordert die Umsetzbarkeit eines dauerhaften Verbots zu prüfen.

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Laut CDU fühlten sich viele Bürger von dem Geruch in Parks und Grünanlagen belästigt. So hätten sich auch die Anwohner des Phoenix-Sees über Shisha-Runden im Freien, verbunden mit Gestank, Müll und Lärm, beschwert, berichtete Friedrich-Wilhelm Weber, ordnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, im Bürgerdienste-Ausschuss am 16. Juni.

Gegenwind gab es unter anderem von SPD, den Grünen, den Linken und der Piratenpartei.

Das Rauchen der Wasserpfeife in der Öffentlichkeit dauerhaft zu verbieten, dürfte eher schwierig werden, kündigte Rechtsdezernent Norbert Dahmen schon in jenem Ausschuss an.

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