Sina (9) hat Herz-OP gut überstanden

Erich-Kästner-Grundschule

Wenn bald die großen Ferien beginnen, hat die neunjährige Sina Fell noch sechs Wochen Pause. Danach wird sie wieder in die Schule gehen. In welcher Klasse, ob in der dritten oder in der vierten, wird sich dann irgendwann zeigen, aber es ist auch nicht wirklich wichtig. Wichtig ist im Leben der Familie Fell etwas ganz anderes: Sina lebt. Mit einem neuen Herzen. Und das ist im Moment die Hauptsache.

BRACKEL

, 09.07.2017, 16:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sina mit ihrem Kunstherzen, das aussieht wie ein Kühlschrank.

Sina mit ihrem Kunstherzen, das aussieht wie ein Kühlschrank.

Bei der damaligen Drittklässlerin der Erich-Kästner-Grundschule in Brackel war im November 2016 ein schwerer Herzfehler attestiert worden. Das Kind war in einem Dortmunder Krankenhaus mit Verdacht auf eine leichte Lungenentzündung geröntgt worden, da kam es zu der Diagnose. Noch am gleichen Tag wurde Sina in ein Herzzentrum nach Bad Oeynhausen verlegt, dort bekam sie ein Kunstherz. Was sich harmloser anhört als es ist, ein Kunstherz ist eine Art Schrank, an den das Kind angeschlossen war. Laut der Mutter Melanie Fell hieß das Kunstherz familienintern schnell „die kleine Waschmaschine“.

Schule sammelte fast 10.000 Euro

Für die Familie, es gibt noch zwei weitere, jüngere Brüder, begann eine unglaubliche Belastung. Die Sorge um das Kind, die Pendelei zwischen Dortmund und Bad Oeynhausen, der Versuch, die Lebensnormalität für die Brüder aufrecht zu erhalten – nur die Familie weiß, was sie durchgemacht hat. Aber sie bekam auch Unterstützung: Ihre Grundschule veranstaltete Ende März einen Spendenlauf für das Kind, auch unsere Redaktion berichtete im Vorfeld darüber, fast 10.000 Euro kamen zusammen.

Mitte Mai dann gab es einen erlösenden Anruf, ein passendes Spenderherz stand bereit, noch am gleichen Tag folgte die Operation, vier Wochen später konnte die heute Neunjährige die Intensivstation verlassen. „Topfit“ ist Sina inzwischen, sagt die Mutter. Und wieder daheim. Sie wird, Stand heute, ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen. Doch das Kind lebt. Spielt, tobt und tut das, was Kinder in ihrem Alter halt so tun. Und nichts anderes zählt für die Familie.

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