Sina überlebt nur dank Kunstherz - Schule will helfen

Schwerkranke Drittklässlerin

Die Dortmunder Drittklässlerin Sina hat einen schweren Herzfehler. Sie überlebt nur dank eines Kunstherzens, doch mittelfristig braucht das Mädchen ein Spenderherz. Sinas Schule, die Erich-Kästner-Grundschule in Brackel, will ihr helfen.

BRACKEL

, 27.03.2017, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sina mit ihrem Kunstherzen, das aussieht wie ein Kühlschrank.

Sina mit ihrem Kunstherzen, das aussieht wie ein Kühlschrank.

Dem Kind, einem Mädchen, war schlecht. Vermutlich Magen-Darm, dachten die Menschen. Magen-Darm war es nicht, der nächste Tipp: Lungenentzündung. Im Krankenhaus kamen die Ärzte der Sache auf den Grund. Sina, so heißt das Mädchen, hat einen schweren Herzfehler. Jetzt will ihre Schule dem Mädchen helfen. Soweit sie das kann.

Seit November 2016 war die Drittklässlerin Sina nicht mehr in ihrer Erich-Kästner-Grundschule. Sina ist auch gar nicht in Dortmund, sie ist in Bad Oeynhausen im dortigen Herzzentrum. Dort hat sie ein Kunstherz bekommen, was aber nur mittelfristig hilft, das Kind braucht ein Spenderherz.

Familie ist der Situation vollkommen ausgeliefert

Man kann sich so etwas kaum vorstellen und will da eigentlich auch gar nicht weiter drüber nachdenken, weil man sonst zwangsläufig an den Punkt kommt, an dem dieses Drama zu nahe kommt. Als Außenstehender kann man solche Gedanken wegwischen. Doch Menschen, die Sina nahe stehen, können das nicht tun – und ihre Familie ist der Situation vollkommen ausgeliefert.

Sinas Mutter hat inzwischen ihre Arbeit aufgegeben, um bei der Tochter zu sein. Dazu gibt es noch zwei weitere jüngere Geschwister. Und neben dem Alltagsstress, alles unter einen Hut zu bekommen, schwebt die große Sorge um das kranke Kind wie ein Damoklesschwert über allen.

Schule will helfen

An der Schule haben sie sich Gedanken gemacht, wie sie helfen können. Sie könnten ein Spendenkonto einrichten, damit die Familie Unterstützung bekommt. Dabei geht es nicht um die medizinische Versorgung. Aber auch ein krankes Kind ist ja immer noch ein Kind und hat entsprechende Bedürfnisse. Oder, so sagt es die Lehrerin Michalski: „Sina hat wie viele andere Kinder natürlich Wünsche.“

Doch ein Spendenkonto war dem Kollegium zu unpersönlich. Sie wollen nicht nur Geld, sie wollen ein Zeichen setzen. Etwas, an dem Sina sehen kann, dass viele Menschen an sie denken. Jetzt ist eine Grundschule immer noch zuallererst eine Grundschule und Menschen, die dort Kinder haben, wissen, wie Grundschulen Geld auftreiben, wenn sie welches brauchen: Sie veranstalten einen Sponsorenlauf.

Alle, die dort mitlaufen, zählen ihre Runden und für jede gelaufene Runde zahlt der Läufer (selten) oder ein Sponsor (Eltern oder Großeltern) eine Summe. In diesem Fall sind es 50 Cent pro Runde.

Aktiv dabei sein

Die Schule ist natürlich geschlossen dabei, Kindergärten haben sich angesagt, vielleicht schauen auch andere Schulen vorbei. Oder Menschen, die vielleicht kein Schulkind haben, aber trotzdem helfen möchten. „Schön wäre doch“, sagt Lehrerin Michalski, „wenn möglichst viele Menschen vorbeikommen und aktiv teilnehmen.“ Man muss die Runden nicht rennen, man kann sie auch spazieren, wichtig ist der Schule, dass die, die sich beteiligen wollen, vor Ort dabei sind.

Um zu zeigen, dass sie da sind. Und, um dafür zu sorgen, dass Geld zusammenkommt. Was die Familie dann mit dem Geld macht, ist ihre Sache. Susanna Michalski zum Beispiel stellt sich vor, dass es für einen schönen Tag am Meer ausgegeben werden könnte. Mit so einem Kunstherz ist eine Reise logistisch und finanziell aufwendig. Aber das ist nur eine Idee. Wenn auch eine schöne. Schön wie der Gedanke, dass viele etwas gemeinsam tun, um einer kleinen Familie mit großen Sorgen zu helfen.

Der Sponsorenlauf findet am Freitag (31.3.) von 10 bis 11.50 Uhr auf dem Schulhof der Grundschule, Flughafenstraße 73, statt.

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