Sittich ist ein Mathegenie

Mit Tieren muss man rechnen - nicht nur im Zoo.

01.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sittich ist ein Mathegenie

<p>Zoochef Dr. Frank Brandstätter lud zu einer mathematischen Zooführung. Grindau</p>

Und weil 2008 das Jahr der Mathematik ist, hat Zoochef Dr. Frank Brandstätter schon am Neujahrsmorgen seine Tiere auf Rechenbuch- und Formeltauglichkeit geprüft. Einen so großen Andrang gab es bei der Neujahrsführung noch nie. Brandstätter ist nicht nur Zoologe, sondern auch Mathematiker, hat Mathe und Bio fürs Lehramt studiert. Entsprechend fundiert, aber trotzdem auch für Mathemuffel gut verständlich, war seine Führung.

Sie begann bei den Riesenschlangen, die wie eine 0 gekringelt im Amazonashaus lagen - mit 0 Beinen, aber Reste von vier Füßen seien am Skelett noch erkennbar, rechnete der Zoochef vor.

Geometrisch wurde es bei Leopard Cäsar, der mit 21 Jahren ein mathematisches und zoologisches Wunder ist. Warum er geflecktes Fell, aber einen gestreiften Schwanz hat, erklärte Brandstätter mit der Ähnlichkeitstheorie und einer Fellfärbungs-Formel. Tiere mit großem Körpervolumen haben keine Flecken, je kleiner das Körpervolumen ist, desto eher werden Flecken zu Streifen - wie am Schwanz. Weil beim Tiger die Fellfärbung früher in der embryonalen Entwicklung angelegt ist, hat er Streifen. Und wenn die Giraffe nicht relativ wenig Körpervolumen hätte, hätte sie gar keine Flecken. Wäre sie dünner, wäre sie gestreift. Die Zahl 4 könnte auch Pate für die Giraffen sein, denn die Herde wird wohl vier Tiere klein bleiben, weil das Geld für die Anschaffung neuer Tiere fehle, so Brandstätter. Die Nashorngruppe soll jedoch Zuwachs bekommen und von drei auf fünf Tiere aufgestockt werden.

Auch Tiere selbst sind Rechengenies. Die Einsteins im Zoo sitzen in der Voliere: Wellensittiche zählten in Experimenten, in denen Futter in ein Punktesystem umgerechnet wurde, bis sechs. Menschen schafften es nur bis fünf - wie Tauben. Mengenlehre-Experten sind die Molche, und der Ohrwurm empfiehlt sich als Mathe-Ass, weil er 50 Eier fehlerfrei durchzählt und merkt, wenn drei fehlen. JG

Der Zoo hat mit Hilfe des Lions Clubs Rothe Erde das Malbuch "Zahlen im Zoo" herausgegeben. Es ist für 2 Euro an der Kasse erhältlich.

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