Situation ist katastrophal

Die Grundlage einer Band und auch das heimliche Zuhause vieler Musiker ist der Proberaum.

07.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Situation ist katastrophal

<p>Hässlich wie die Nacht: der Probenraumbunker an der Gneisenaustraße. Auch bei vielen anderen Räumen im Stadtgebiet sieht es nicht besser aus. Stahlschmidt</p>

Was die Proberaumsituation in Dortmund angeht, ist die Situation katastrophal. Qualitativ wie quantitativ zeigen sich die Proberäume bzw. Proberaumzentren mit wenigen Ausnahmen in einem ganz schlechten Bild.

Jeder Musiker in Dortmund kennt diesen Zustand, und viele sind deswegen bereits nach Schwerte, Bochum oder Unna ausgewichen. Die bestehenden Zentren sind entweder in öffentlicher Hand wie das MUK (Musik- und Kulturzentrum) an der Güntherstraße oder die Räume im Kellertrakt der Uni Dortmund am Campus Nord - oder in privater Hand wie die Bunker am Tremoniapark oder am Gneisenaupark. Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen - vor allem, was die Qualität angeht.

Das MUK mit 28 klimatisierten Proberäumen in gutem Zustand stellt das positive Aushängeschild dar. Zumal sich die Stadt dabei die Förderung der lokalen Musikszene auf die Fahnen geschrieben haben, so dass die Bands lediglich eine Nebenkostenpauschale zahlen. Das Gegenteil erleben die Musiker dann in den Proberaumbunkern.

Der Komplex am Gneisenaupark zum Beispiel verteilt auf fünf Etagen über 40 Proberäume zwischen 15 und 30 Quadratmetern. Die Mängel sind eklatant: Schimmel an den Wänden, keine Lüftung, Sicherheitsdefizite und überteuerte Mieten ab 135 Euro im Monat. Ähnliches gilt auch für den Tremonia-Bunker.

Die Situation wird nur dadurch aufgefangen, dass viele Bands in privaten Heimstudios oder hergerichteten Lagerräumen proben. Aber das kann keine Lösung sein. Den 500 Bands in Dortmund fehlen etliche Proberäume; im gleichen Zug müssen Qualitätsstandards definiert werden. Die Musiker sind bereit, für mehr Komfort auch mehr zu zahlen - aber das Preis-Leistungs-Verhältnis muss dann auch stimmen.

Das MUK zeigt, wie es geht, und es bleibt die Hoffnung, dass Dortmund als "Stadt der Musik" Wege für weitere Proberäume aufzeigt bzw. bereitstellt.

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