So bereiten sich Dortmunder Gastronomen auf den Corona-Winter vor

hzAußengastronomie

Lange waren die Restaurants und Kneipen in Dortmund wegen Corona zu, mittlerweile dürfen sie wieder öffnen. Besonders die Außengastronomie boomt. Aber was ist, wenn es kalt wird?

Dortmund

, 12.10.2020, 12:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Dortmunder Gastronomen lange Zeit ihre Betriebe schließen. Der Lockdown ist mittlerweile vorbei, die Lokale dürfen seitdem unter strengen Auflagen wieder öffnen. Eine von ihnen schränkt die Anzahl der Sitzplätze ein, damit der nötige Mindestabstand eingehalten werden kann.

Viele Restaurants und Kneipen in Dortmund haben deshalb ihre Außengastronomie erweitert: Auf dem Alten Markt in der Innenstadt stehen beispielsweise seit Corona noch mehr Tische als sonst.

Aber normalerweise ist der Kneipen- oder Restaurant-Besuch draußen ein Sommer-Ding. Wie bereiten sich die Gastronomen in Dortmund auf das schlechte Wetter vor? Weniger Sitzplätze bedeuten nämlich auch weniger Umsatz. Wir haben uns umgehört.

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„Unseren Gästen macht schlechtes Wetter nichts aus“

Vor der Pizzeria De Rosa am Westentor gibt es aktuell 30 Plätze. Die sollen auch bleiben, wenn das Wetter nicht mehr mitspielt, wie Tatiana Petkovic von der Pizzeria erzählt. De Rosa hat große Brauereischirme aufgestellt, zu denen es auch noch passende Seitenwände gibt. So können die Kunden ihre Pizza theoretisch auch im strömenden Regen genießen. Das wundert selbst Petkovic: „Wir haben hier regelmäßig Gäste draußen, denen macht schlechtes Wetter nichts aus! Ich weiß ja nicht, ob ich das selbst machen würde.“

Der Außenbereich im Pfefferkorn's am Alten Markt wird sich bald stark verkleinern.

Der Außenbereich im Pfefferkorn's am Alten Markt wird sich bald stark verkleinern. © Robin Albers

Die Pizzeria will auch aufrüsten: Die Betreiber wollen zeitnah Heizpilze anschaffen, um für kalte Tage gewappnet sein. Und sie wollen ein provisorisches Dach für die Plätze draußen bauen.

Mitten in der City passiert genau das Gegenteil: Ein Kellner des Pfefferkorn’s am Alten Markt erzählt, dass am 31. Oktober die ungefähr 50 Sitzplätze stark dezimiert werden. Danach wird es nur noch Außengastronomie direkt unter den Arkaden geben. Da ist es dann windgeschützt, Heizstrahler sollen für Wärme sorgen.

Zu wenig Platz für Extraplätze

Das El Mundo im Kreuzviertel hatte auch schon vor der Corona-Krise einen Außenbereich, eine Art Biergarten unter einer Markise.

Darauf ist die Kneipe auch angewiesen, wie Betreiber Marc-André Walter erklärt. Denn ohne Außenbereich könne das El Mundo „nicht lange überleben“. Innen sei es zu eng, um genug Sitzmöglichkeiten für zahlende Kundschaft zu bieten.

Aktuell gibt es seitens des Ordnungsamtes für Gastronomen die Möglichkeit, den Außenbereich zu erweitern. Das ist für den El-Mundo-Wirt Walter allerdings keine Option – weil schlichtweg der Platz fehlt.

Das El Mundo würde allerdings gerne den Außenbereich umbauen. Aber das werde wohl erst nächstes Jahr klappen, da die Baugenehmigung zu lange auf sich warten lasse.

Kellnerin Tatiana Petkovic und Pizzabäcker Antonio Caruso von der Pizzeria De Rosa haben Kunden, die auch im strömenden Regen ihre Pizza genießen können.

Kellnerin Tatiana Petkovic und Pizzabäcker Antonio Caruso von der Pizzeria De Rosa haben Kunden, die auch im strömenden Regen ihre Pizza genießen können. © Robin Albers

Deshalb hofft er, dass die Regelungen für die Gastronomen nicht weiter verschärft werden und ihn seine Stammkundschaft weiter unterstützt. „Dann schaff ich es auch noch dieses Jahr“, so der Wirt.

Was ist mit Kunden, die nicht drinnen sitzen wollen?

Im Kaiserstraßenviertel-Café „Küchen-Wirtschaft Bismarck“ ist die Lage mit Blick auf die kalte Jahreszeit hingegen entspannt. Noch stehen draußen vor dem Bismarck zwar Tische, aber laut Inhaberin Nicole Feldkamp kommt das Café derzeit auch so „gut klar“. Im Innern des Cafés gebe es genug Platz, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Zeitnah werden die Fenster im Bismarck umgebaut und eine neue Lüftungsanlage mit Filter eingebaut, um eine sichere Atmosphäre für die Kunden zu schaffen.

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Feldkamp ist sich deshalb auch unschlüssig, ob sie Heizpilze anschaffen soll. Noch sei es ja nicht wirklich offiziell, ob die Nutzung wirklich erlaubt ist. Zudem seien Heizpilze auch ökologisch fragwürdig, so die Bismarck-Inhaberin. Als sie eine Stammkundin im Rollstuhl fragt, die draußen sitzt, warum sie denn nicht drinnen sitzt, erwidert die Kundin, dass sie dabei wegen Corona ein ungutes Gefühl habe. Das gibt Feldkamp zu denken: „Vielleicht hol‘ ich dann doch Heizpilze.“

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